TINE SCHUMANN

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„Wenn ich die Teck sehe, dann bin ich daheim, daran besteht kein Zweifel. Doch in die Heimat zurückkommen, um hier eine Ausstellung zu machen, ist mit Zweifeln behaftet. Daheim ist kein neutraler Ort. Daheim ist der Ort, an dem die tiefsten Schichten in mir entstanden sind, die meine Entwicklung auch heute noch beeinflussen.
Und Heimat ist auch das Andere. Kirchheim – und die Großstadt, in der ich lebe, sind ein ungleiches Paar. Veränderungen hier wie dort. Und ich dazwischen, mittendrin.“
Tine Schumann

Tine Schumanns Arbeiten erzählen von Verunsicherung. Einer Verunsicherung als Folge von Veränderung. Aggression und das öffentliche Aufeinanderprallen von Masse und Meinung sind auf den Straßen der Großstadt alltäglich – in Kirchheim vielleicht etwas weniger. Durch die permanente Präsenz von Gewalt und Leid in den öffentlichen Medien, ist diese inzwischen wohl auch hier ein Thema.

In Tine Schumanns gegenständlichen Arbeiten finden sich konfliktreich aufgeladene Szenerien voller Unruhe. Polizisten, Demonstranten, Hunde und Wölfe stehen sich in Drohgebärden gegenüber. Es gilt die konfliktreichen Konstellationen zwischen Mensch und Mensch, zwischen Tier und Tier, zwischen Tier und Mensch auszuloten.
Natur und Raum sind nur angedeutet, durchzogen von technischen Apparaturen oder seltsamen Chiplandschaften. Der Mensch als „animal rational“ ist ein verletzliches Wesen in einem fragilen System.
In den künstlerischen Arbeiten von Tine Schumann geht es auch darum, den Betrachter gegen eine medial um sich greifende Ästhetik der Gewalt zu aktivieren. In Schumanns Bildern sucht man vergeblich nach inhaltlicher Orientierung, auch ein narrativer Strang, der eine moralische Bewertung enthalten könnte, findet sich nicht. So bietet die Ästhetik auch keinen Halt. Es heißt sich den Bildern zu stellen, alte Sehgewohnheiten zu hinterfragen und in einen Dialog zu treten.

In der Ausstellung ZWEIFEL werden Zeichnungen, Objekte, ein Raumbild und Grafiken zu sehen sein.
Abb.: Header Ausstellungssituation Städtische Galerie im Kornhaus, Kirchheim unter Teck
Fotos: © Roberto Bulgrin 6/2016

Vernissage am 12. Juni 2016 um 17 Uhr
Einführung Dr. Heiderose Langer Kunststiftung Erich Hauser, Rottweil
Künstlergespräch am Donnerstag 14. Juli um 19 Uhr
Ausstellungsdauer vom 14. Juni bis 24. Juli 2016

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BIOGRAFIE
1972 in Kirchheim unter Teck geboren

2006 Diplom für Bildende Kunst,
Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
2001 – 2006 Studium der Malerei bei Professor Sighard Gille an der HGB Leipzig
1999 – 2001 Fachklasse für Malerei und Grafik
bei Thomas Hellinger FHKT, Nürtingen

Preise und Stipendien
Goldrausch Künstlerinnenprojekt, Berlin
Benninghaus – Kunstpreis des Vereins Berliner Künstler

Ausstellungen (Auswahl seit 2011)
2016 7 schaben kratzen stechen – Grafik, Verein Berliner Künstler, Berlin
2015 Tine Schumann – Punktlandung, arche e.V., Hameln (E)
MIT MACHT ACHT MACH OHNE MACHT ACH MACH MIT
– eine Standpunktsuche, Tine Schumann und Christoph Damm,
Galerie des städtischen Museums Eisenhüttenstadt
2014 Nizaket Sinanovska – Tine Schumann, Galerie Berlin-Baku, Berlin
 Courage.Zentrale, 48h Neukölln, Berlin
Kunst im Weg, Hessisch- Oldendorf
käfig, im KOHI Kulturraum, Karlsruhe (E)
2013 …rudel…, Galerie Verein Berliner Künstler, Berlin (E)
 Kunstbox 2013: Grafik, Depot/ Kulturort, Dortmund
 Moment – Anna von Bassen, Tine Schumann, Kai Luther,
Galerie Verein Berliner Künstler, Berlin
 Körnelia – goldrausch 2013, Galerie im Körnerpark, Berlin
2012 Tine Schumann/ Andrea Streit, cologne Paper Art, Köln
 Trockenübung taucht ab,
temporäre Kunsthalle in den Räumen des vdek, Berlin
2011 Tine Schumann – Malerei und Grafik, Ev. Akademie Bad Boll (E)
 Doppelte Schraube, temporäre Kunsthalle in den Räumen des vdek, Berlin

2016 Dozentin an der Sommerakademie Rheinau (CH)
seit 2010 Dozentin an der Sommerakademie Schwalenberg
http://www.tine-schumann.de

Teckbote (Kai Bauer) vom 17.6.2016

Teckbote Kopie

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