KOHO MORI-NEWTON

„LEICHTE SCHWERE“
KOHO MORI-NEWTON
06.12.2015 – 17.01.2016

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Vernissage
Sonntag, 06.12.2015, 17 Uhr

Begrüssung
Angelika Matt-Heidecker, Oberbürgermeisterin
Florian van het Hekke, Kurator der Ausstellung

Eröffnungsreden
Rainer Weitschies, Atelier Peter Zumthor & Partner
Dr. Hannelore Paflik-Huber, Kunstwissenschaftlerin

Performance
Lauren Newton, Vocalist

Die beiden physikalischen Gegensätze Leichte und Schwere sowie das sprachliche Paradoxon «Leichte Schwere» umschreiben die ästhetische Dimension, in der sich die Arbeiten von Koho Mori-Newton bewegen.

Im Zentrum der Ausstellung steht eine überlebensgroße Installation aus Seidenbahnen, die die Illusion von dünnen Wänden und filigranen (Sicht)Barrieren erzeugen. Das leichte schimmernde Seidengewebe wird durch die Bearbeitung mit Tusche zu schiefergrauen Trennlinien transformiert, die – ähnlich asiatischen Paravents (Byobu) – Bildträger und Raumteiler zugleich sind.

«This work, for me, is between drawing and painting.
The objects are not models for anything and stand in varying numbers in groups. In all of my work the fragility of the line is very important to me.»
(Koho Mori-Newton)

Koho Mori-Newton wurde 1951 in Japan geboren.
Er studierte Freie Kunst an der Wako Universität in Tokyo und an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart.

Fotos von der Eröffnung: © Janis Rozkalns, Stuttgart

 

Der Teckbote, Kultur (Kai Bauer) vom 8. 12.2015

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double-­‐crossed displays

MAX LEISS & FABIAN ANSELM ORASCH
11. 10 -­‐ 22. 11. 2015

Eröffnung    Sonntag, 11. Oktober 2015, 17 Uhr
Begrüßung   Kathrin Wörwag, Kunstbeirat
Einführung   Isabella Gerstner, Berlin

In der Ausstellung double-­‐crossed displays überkreuzen sich nicht allein die Positionen zweier Kunstschaffender, sondern solchermassen „doppelte Spiele“ finden sich auch innerhalb der präsentierten Werke. Die Arbeiten von Max Leiß und Fabian Anselm Orasch beziehen sich auf vielfältige Weise sowohl auf die unmittelbar vorhandenen räumlichen, wie auch auf weiter entfernt liegende Situationen. Aus vorgefundenen, gesammelten und modifizierten Materialien wird ein Formenvokabular verschiedenster Medien generiert, aus dem heraus die Werke entwickelt und in Bezug zueinander gesetzt werden. Gemeinsam ist beiden Positionen ein dezidiertes Interesse an architektonischen Zusammenhängen. Die installative Arbeit „staging structure #3“ von Fabian Anselm Orasch ist das Ergebnis zweier Aufenthalte in Kirchheim unter Teck, während derer er auf mehreren Erkundungsgängen durch die Stadt und Spaziergängen auf der Schwäbischen Alb Eindrücke und Situationen fotografisch festgehalten hat. Die von ihm gefundenen Realitätsfragmente sowie auch sogenannte objets trouvés aus dem Bestand des Städtischen Museums kombiniert er mit Eindrücken aus seiner Heimatstadt Berlin und setzt diese zu einer bühnenartigen Installation zusammen, die diese zum Teil weit auseinander liegenden Orte räumlich zusammenführt. Die Verbindung dieser Elemente spiegelt zum einen partiell die Sicht des Künstlers auf sein Erleben wieder und gibt zum anderen dem Betrachter die Möglichkeit, die ihm angebotene „Bühne“ gedanklich zu bespielen. Max Leiß hat für die Städtische Galerie eine Reihe von Skulpturen hergestellt, welche die spezifische Materialität der Säulen des Ausstellungsraumes als Ausgangspunkt für eine spielerische und zeichenhafte Dopplung und Formentwicklung aufgreifen. Er präsentiert diese mit einer schwarz-­‐weiß Fotografie, einer Situation aus dem Musée du Louvre in Paris und stellt damit formal eine Verbindung zu den Vitrinen des Ausstellungsraums in der Städtischen Galerie im Kornhaus her, die von ihm installativ bespielt werden. Damit rückt er auf doppelbödige Weise Formen des Zeigens und Betrachtens selbst in den Fokus. Auch vermittels der Abbildung eines unscheinbaren Objekts aus dem Stadtmuseum, welches sich im oberen Teil des Gebäudes befindet, verknüpft Max Leiß in seiner Präsentation hier und dort, heute und gestern. Formal-­‐ räumliche Überkreuzungen werden dabei um zeitliche Aspekte erweitert.

 

KURZBIOGRAFIEN

Max Leiß *1982, Bonn,
lebt in Basel (CH), Marseille (FR) und Oberammergau (D)
Kunststudium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe (2006 – 2012) und an der École Nationale Supérieure des Beaux-­‐Arts de Paris (2010)
Preise/Stipendien
2014 artist in residence, iaab, Cité Internationale des Arts Paris 2013 Auslandsreisestipendium Baden-­‐Württemberg, Marseille 2012 Atelierstipendium der GGG, Basel 2012 2011 Preis der Jahresausstellung, AdBK Karlsruhe 2010 Preis der Jahresausstellung, AdBK Karlsruhe
Ausstellungen (Auswahl)
Einzelausstellungen 2014 „CARAVAN 3“, Aargauer Kunsthaus, Aarau 2013, „Connecticut,“ V8 Plattform, Karlsruhe „Strömungsabriss“, Ausstellungsraum Klingental, Basel (with R. Lutter) 2012 „Aus dem Leben der Wildkatzen“, Enrico Fornello, Mailand
Gruppenausstellungen
2015 „glasgrün“, Mischpoke e.V., Mönchengladbach „Going Places“, Atelier Mondial, Basel „Parallelaktion“, Güterbahnhof Wolf, Basel 2014 „Flumen“, La Kunsthalle Mulhouse „Approaching Architecture“, Kunsthaus Baselland „Der große Abplatter“, Nicolas Krupp, Basel 2013 „Give Me Shelter“, curated by Annette Amberg, GGG studios Basel Swiss Art Awards, Messe Basel 2012 Regionale 13, Kunst Raum Riehen, „Von den Rändern her“, Kunsthalle Palazzo Liestal „TOP 12“ Meisterschüler, Städtische Galerie Karlsruhe

Fabian Anselm Orasch *1981, Berlin, lebt in Berlin
Philosophie und Kunstgeschichte an der FU Berlin (2003 – 2008) Kunststudium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste bei Prof. Harald Klingelhöller/Bildhauerei und Katinka Bock (2008 -­‐2014) Meisterschüler bei Prof. Harald Klingelhöller (2013)
Preise/Stipendien
2014 Auslandsreisestipendium Baden-­‐Württemberg, Warschau 2012 Künstler am Hof, Theaterhaus Jena
Ausstellungen (Auswahl)
Einzelausstellungen 2012 „Parade Paradies“ Theaterhaus Jena, Jena
Gruppenausstellungen
2015 „Höhenluft #10“, Kunstverein Wilhelmshöhe Ettlingen, Ettlingen 2014 „Helloween“, The Idling Gallery, Berlin 2014 „Höhenluft #9“, Kunstverein Wilhelmshöhe Ettlingen, Ettlingen 2014 „TOP 14“, Kunstverein Pforzheim, Pforzheim 2013 Regionale 14, FABRIKculture, Hégenheim 2012 Regionale 13, Kunstraum Riehen, Riehen 2012 „Die Taschen voll Sand“, Galerie Jocelyn Wolff , Paris

MICHELIN KOBER

Michelin Kober
Ebenda.
26. Juli – 20. September 2015

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Eröffnung: Sonntag, 26. Juli 2015, 17 Uhr
Begrüßung: Susanne Jakob M.A., Kunstbeirat
Einführung: Prof. Dr. Johannes Meinhardt

Städtische Galerie im Kornhaus
Kirchheim unter Teck  Max-Eyth-Straße 19
73230 Kirchheim unter Teck

Der Kunstbeirat der Städtischen Galerie im Kornhaus zeigt ab dem 26. Juli 2015 Arbeiten auf Papier der in Stuttgart lebenden Künstlerin Michelin Kober.
Michelin Kobers Papierarbeiten sind bildgewordene Resultate eines konzentrierten Malvorgangs. Die Bildgruppe «horizon» beispielsweise zeigt diese prozesshafte Vorgehensweise, aber auch die grundlegende Auseinandersetzung der Künstlerin mit den Gestaltungsmöglichkeiten unterschiedlicher Mal- und
Zeichenmaterialien. Durch die Reihung horizontal gezogener Pinselstriche wird die konzentriert perpetuierende und prozessuale Werkentstehung sichtbar.
Die freihändig gezogenen Pinsellinien, die sich mitunter in wellenartigen, kräuselnden oder zuckenden Bewegungen äußern, verdeutlichen die malerischen Möglichkeiten, die auch die Nicht-Bearbeitung des Bildgrundes als Variante
einschließt. Die hellen Lichtflecken, Gucklöcher oder Leerflächen erzeugen einen fast magisch vibrierenden Bildraum. Aufgrund dieser optischen Wirkung ist es
verständlich, dass Michelin Kober ihre Papierarbeiten nicht in einen Rahmen zwängen, sondern sie frei vor der Wand schweben lassen will. Auf die experimentelle Herangehensweise weist außerdem eine Serie hin, die nicht von der Hand der Künstlerin, sondern von der entschleunigten Kriechbewegung von Schnecken erzeugt wurde. Wie diese «Spurenbilder» wohl entstanden sind und
wie sie auf den großflächigen weißen Papiergründen wirken, kann man ab dem 26.7. in der Kornhausgalerie (EG) erfahren.
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KURZBIOGRAFIE
Michelin Kober lebt und arbeitet in Stuttgart.
2000 Gründung des Projektraumes Gästezimmer
1999 Gründungsmitglied des Projekts Filderbahnfreundemöhringen FFM gemeinsam mit
Daniel Mijic, Anna Lisa Cardinale (bis 2003), Konrad Sedlar (bis 2003) und Daniel Sigloch (bis 2009)
1998 – 2004 Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Stuttgart bei den Professoren Werner Pokorny und Micha Ullman
1993 – 94 Studium der Produktgestaltung an der Hochschule Kassel

Preise / Stipendien (Auswahl)
2008 Cité Internationale des Arts, Paris (FFM)
2006 Kunststiftung Baden-Württemberg (FFM)
2005 Debutantenförderung der ABK Stuttgart (FFM)

Ausstellungen (Auswahl)
2015 «Wegen Umbauarbeiten geöffnet», Galerie Michael Sturm, Stuttgart (FFM/E)
2014 Art Karlsruhe „Soloshow“ Galerie Michael Sturm (FFM)
2013 „Interim-Biennale“ Altes Lager Münsingen (FFM)
„Linienscharen“ WKV Stuttgart
2012 „Wer hat Angst vor Iris D?“ Kloster Weingarten(FFM)(E)
„Auf-Brechen“ Kunst im Schaufenster, Katholikentag 2012, Mannheim
„Für den Hausgebrauch“ Stadtbibliothek Stuttgart (FFM) (E)
„drauf und dran“ Atelierhaus Wilhelmstrasse, Stuttgart (E)
2011 „L’onde della tempesta – Forza, Fortuna, Moneta“
Art Center, Samara, Russland (FFM)(E)
„Wie geht’s Stuttgart?“ Künstlerhaus, Stuttgart (FFM)

CLAUDE HORSTMANN

My Translators transformers Kopie

CLAUDE HORSTMANN


22.3. – 3.5. 2015

my translators transformers

Claude Horstmann arbeitet in dem erweiterten Feld der zeitgenössischen Zeichnung. Ihre Arbeiten bedienen sich diverser Mittel und greifen in Installation, Wandzeichnung und sprachlichen Arbeiten auch in den Raum ein.

Der Titel der Ausstellung my translators transformers verweist auf die „Sprache der anderen“ und bringt im weitesten Sinn jene Unbekannten ins Spiel, „die mich übersetzen – und transformieren“.

Es ist der öffentliche urbane Raum, der das zeichenhafte, sprachbezogene und fotografische Material liefert, das sich die Künstlerin aneignet und transformiert. Die Frage nach Ort, Feld und Territorium ist hier eine wesentliche, ebenso wie die Frage nach Spuren, Gesten, Äußerungen. Der reale Raum der Stadt (und hier besonders Marseille) und seine vielfältigen Nutzungen machen ihn zum Ort diverser „Sprachen“, seien sie textbezogen oder bildlich oder beides. In Zeichnung, Siebdruck und plastischen Arbeiten werden visuelle, semantische Ebenen und Bedeutungen von Bild, Zeichen, Wort in neue Zusammenhänge übertragen und in den architektonischen Raum eingeschrieben. Diese Übertragung (im Sinne einer Autonomisierung) kann dabei als Abstraktionsprozess verstanden werden, der das Material als Potential befragt, es in gewissem Sinn „freisetzt“, „übersetzt“, wieder hervorbringt und in neue Konzeptionen überführt.

Parallel zur Ausstellung in der Städtischen Galerie im Kornhaus (EG) zeigt Claude Horstmann neue Editionen in der Galerie Gudrun Fuckner, Ludwigsburg.

http://www.galerie-fuckner.de

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KURZBIOGRAFIE

Claude Horstmann (*1960 in Minden) lebt und arbeitet in Stuttgart und Marseille. Sie studierte Kunstwissenschaften an der Universität Osnabrück (M.A.) und freie Kunst an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart.
Claude Horstmann erhielt verschiedene Stipendien und Arbeitsaufenthalte im In- und Ausland, u.a. durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und die Ville de Strasbourg.

Eröffnung
Sonntag, 22.03.2015, 17 Uhr

Begrüßung
Monika Schaber., Kunstbeirat

Einführung
Philipp Ziegler, ZKM
Zentrum für Kunst und
Medientechnologie I Karlsruhe

Finissage:
Sonntag, 3. Mai 2015, 15 Uhr
Lecture Performance von Claude Horstmann

Öffnungszeiten
Di 14–17 Uhr
Mi–Fr 10–12 Uhr/14–17 Uhr
Sa /So/Feiertag 11–17 Uhr
Karfreitag und Ostersonntag geschlossen

Städtische Galerie im Kornhaus
Kirchheim unter Teck
Max-Eyth-Strasse 19
73230 Kirchheim unter Teck
T. 07021/973032
http://www.staedtische-galerie-kirchheim  teck.de___________________________________

Ausstellungen (Auswahl):
2015 MARSEILLE WORKS, Galerie Gudrun Fuckner, Ludwigsburg
2015 À l’heure du dessin, Château de Servières, Marseille
2014 CROSSWORDS #2, Galerie Jordan/Seydoux und LAGE EGAL, Berlin
2013 THE DARKER, Galerie Laura Mars Grp., Berlin
2013 Les douceurs du péché, FRAC PACA, Marseille (kuratiert von Stéphane Le Mercier)
2013 Résidences croisées, Espace international, CEAAC, Strasbourg
2011 Wie geht’s dir Stuttgart, Künstlerhaus Stuttgart
2010 Permanent Signal, Galerie Laura Mars Grp., Berlin
2009 Polyglottolalia,Tensta Konsthall, Stockholm
2009 DRAWING SCULPTURE, Daimler Contemporary, Haus Huth, Berlin

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KONRAD MÜHE

KONNRAD MÜHE

BADENDE STEINE
25.01. – 8.03. 2015

Eröffnung: Sonntag, 25. Januar 2015, 17 Uhr

Begrüßung
Susanne Jakob M.A., Kunstbeirat

Einführung
Dr. Sven Beckstette, Kunstmuseum Stuttgart

Abb.: Aversion, Installation, Kunsthaus Bethanien, Berlin 2014

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Der in Berlin lebende Künstler und Filmemacher Konrad Mühe erzeugt mit seinen im Raum verteilten Videoskulpturen und Installationen, komplexe Ereignis- und Bedeutungsfelder.
Für seine Videoskulpturen greift Konrad Mühe häufig auf filmisches Archivmaterial zurück, auf Found Footage oder auf selbst gedrehtes Material, das immer wieder zur Selbstbefragung und Standortbestimmung herangezogen wird. Neben einfachen, einprägsamen Handlungen, die als Filmstill oder Videofilm in Erscheinung treten wie z.B. ein im Wasser treibender Körper in «Avalanche» (2013), ist ebenfalls ein freier, experimenteller Umgang mit der technischen Apparatur (Projektor, Videokamera) für Konrad Mühes Videoinstallationen charakteristisch.
In den raumbezogenen Arbeiten, werden die technischen Medien nicht mehr allein in dienender Funktion als bloßes Dokumentations- oder Wiedergabeinstrument eingesetzt, sondern auch als performatives Handlungsinstrument oder als eigenständiges ästhetisches Objekt, das in die Installationen integriert wird. In «Autoportrait» (2013) findet die Videokamera zunächst als Untersuchungsinstrument Verwendung, mit der die Körperoberfläche des Künstlers abgetastet und filmisch festgehalten wird. Diese Selbstbefragung wird im Ausstellungsraum von einem Projektor wiedergegeben, der etwa in gleicher Höhe abgehängt ist, wie die über die Schulter hängende Videokamera im projizierten Bild. So werden, nach dem Prinzip von «Schuss und Gegenschuss», die beiden Wirklichkeitsebenen miteinander konfrontiert.

«Bei den Videoskulpturen wird ein Dialog, aber auch ein Konflikt zwischen Projektion als Vorstellungsraum und den realen Objekten als der physischen Welt erfahrbar gemacht».(Zit. Konrad Mühe)

KURZBIOGRAFIE
1982 geboren in Karl-Marx-Stadt
2004 Klasse für Malerei bei Prof. Ute Pleuger an der Burg Giebichenstein Halle/ Saale
2006 Wechsel an die UdK Berlin
2007- 2011 Klasse Prof. Lothar Baumgarten, UdK Berlin
2012 Meisterschüler Prof. Hito Steyerl, UdK Berlin

PREISE / STIPENDIEN
2014-2016 Karl Schmidt-Rottluff Stipendium
2011 Förderpreis für Bildende Kunst des Bundesministerium für Bildung und Forschung
Lobende Erwähnung für «Fragen an meinen Vater» bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin
2006-2012 Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes

Abb.1+2: a version of aversion 2014,  Holz, Metall, Beamer,
Video: 2:30 min, Loop Foto: ©Konrad Mühe
Abb.3: Autoporträt 2013, Video: DVD Loop 2:13 min.

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Teckbote/Kultur (Kai Bauer) vom 30.1.2015

Unterschiedliche Körper verhandeln den Inhalt

„Beim Malen hat die Verbindung von Hand und Kopf nicht funktioniert, das war zu nah. Daher brauche ich die Kamera, ich muss einen Schritt weiter hinten stehen“, sagt Konrad Mühe, der 2006 vom Malereistudium in Halle zur UdK nach Berlin wechselte und seitdem mit dem Medium Video arbeitet. Seine künstlerische Arbeit besteht aus Videos, die er in Installationen einbaut, und die sich in der Art, wie sie präsentiert werden, mit dem Raum verbinden.

Schon beim Betreten der Ausstellung wird der Besucher mit einer großen Holzplatte konfrontiert, die schräg im Raum aufgestellt ist und eine Art balancierende Wippe mit einer Stahltraverse bildet, auf der ein Videobeamer befestigt ist. Man steht also auch als Betrachter „weiter hinten“, denn man muss zuerst die seltsamen Konstruktionen im Raum entschlüsseln, um an das bewegte und meist farbige Bild heranzukommen. Dieses bildet jeweils den Köder, der den Betrachter wie eine flimmernde Belohnung im Aufbau eines Laborversuchs anlockt.

An der Rückwand des Raumes lehnt ein Flachbildschirm, der wie zufällig im Hochformat am Boden abgestellt wurde und im hinteren Teil der Ausstellung hängt ein Beamer an Stromkabeln von der Decke bis auf die Höhe eines Bauchnabels herab. In der abgedunkelten Mitte des Raumes lockt uns das flirrende Licht der Videoprojektion in einem massiven Block aus Glasscheiben an, ohne dass wir zunächst erkennen können, was der eigentliche Film zeigt. Vier dieser Aufbauten bilden im Ausstellungsraum des Kornhauses eine Art Parcours, den der Besucher durchlaufen kann. Vier Arbeiten erscheinen wenig, sie stellen jedoch eine echte Herausforderung an den Betrachter, der sich jedes mal in die verschiedenen Wahrnehmungsebenen hinein arbeiten muss. Denn Konrad Mühes Konzept ähnelt einem Labyrinth aus ineinander verschlungenen Bahnen, auf die wir mit unseren alltäglichen Wahrnehmungsmustern geführt werden.

Die in die Installationen eingebauten Videos zeigen einfache Objekte und Räume, die in kurzen Szenen verbunden sind. Grundprinzip der Videoclips ist der Loop, also die Endlosschleife, die alle gezeigten Handlungen wieder an ihren Ausgangspunkt zurück führt. Zu sehen sind beispielsweise die Hände eines Jongleurs, die bewegte Schatten auf einer Wand bilden, oder ein menschlicher Körper, der von oben betrachtet im Wasser treibt. In verschiedenen Versionen treibt ihn die Strömung zwischen zwei Steinen hindurch. Auf die diagonale Holzplatte der Installation „a version of aversion“ werden Hände projiziert, die von oben ins Bild kommen. Sie scheinen Schauspieler auf einer kleinen Bühne zu sein und verhalten sich pantomimisch zu einander.

Der auf Bauchnabelhöhe abgehängte Beamer im hinteren Ausstellungsteil zeigt eine Kamera, die sich im Spiegel selbst filmt. Sie hängt dabei an einer Art Marionettengestell auf dem Rücken einer Person herab, die möglicherweise der Künstler selbst ist. Der Körper als Ganzes oder Hände als Körperteile werden in den Videos zu Objekten reduziert. Sie zeigen kaum den subjektiven Ausdruck oder die innere Bewegung, die normalerweise das Genre der künstlerischen Performance, von Tanz oder Schauspiel ausmachen. Konrad Mühe setzt den menschlichen Körper dezidiert als Element der bildenden Kunst ein, wie er auch das Medium Video extrem reduziert, indem er die Handlungsabläufe immer nur als kurze Schleifen zeigt, die mechanisch zu ihrem Ausgangspunkt zurückkehren.

Diese konsequente Fokussierung macht den Videoclip als Element der künstlerischen Installation deutlich und unterscheidet ihn damit formal von herkömmlichen Dokumentations- oder Unterhaltungsmedien. Dieses Medium wird damit etwas grundsätzlich anderes, als beispielsweise die Aufnahme mit dem Smartphone.

Konrad Mühe schafft eine ganz eigene Welt aus Elementen, die er aus der alltäglichen Wahrnehmung in langen Prozessen herausdestilliert hat. Sie werden dabei so stark konzentriert, aber auch manipuliert, dass sie aus ihren Kontexten heraustreten. In der Ausstellung werden sie dann so eigenständig präsentiert, dass der Betrachter genötigt wird, sie wieder in die Kontexte der eigenen Erinnerung einzubauen. Beispielsweise sieht die Stahltraverse, die im Eingangsbereich den Beamer trägt und die große Holzplatte im Gleichgewicht hält, zunächst wie ein Stück industriell gefertigter Eventtechnik aus: sie besteht aus drei Stahlrohren mit diagonalen Verstrebungen, wie man sie beim Aufbau von Konzertbühnen als Träger für Lichtelemente oder Boxen benutzt. Sie ist jedoch kein Fundstück und entspricht auch keiner DIN-Norm, denn der Künstler hat sie eigenhändig zusammengeschweißt. Sie ist kein Ready-Made, aber auch keine Attrappe, denn sie hat die Funktion, den Beamer zu tragen, aber in ihrer Form erinnert sie an eine bereits bekannte Ästhetik. Ebenso ist die Aufnahme des treibenden Körpers, die im Glasblock zu sehen ist, farbig manipuliert, so dass sie wie ein älterer, möglicherweise gefundener Filmausschnitt wirkt.
In Konrad Mühes Wahrnehmungslabyrinth gibt es nicht den einen Weg zum Ziel, sondern es stehen uns zahlreiche Alternativen und neue Assoziationen offen. Oder wie der Künstler es selbst formuliert:
„Die unterschiedlichen Materialien, Oberflächen und Körper und die mit ihnen verbundenen Assoziationen verhandeln den Inhalt“.

Konrad Mühe „Badende Steine“ 25.1. – 8.3. 2015,
Städtische Galerie im Kornhaus Kirchheim unter Teck
Max-Eyth-Strasse 19
73230 Kirchheim unter Teck
http://www.staedtische-galerie-kirchheim-teck.de

Öffnungszeiten
Di 14-17 Uhr
Mi-Fr 10-12, 14-17 Uhr
Sa/So/Feiertag 11-17 Uhr
Faschingsdienstag geschlossen

© Kai Bauer 2015

SUSANN DIETRICH

SUSANNN DIETRICH

INTERFERENZEN
7.12.2014 – 11.1.2015

Finissage: Sonntag, 11. Januar 2015, 16 Uhr

Dietrich-Interferenzen Kopie

Eröffnung: Sonntag, 7. Dezember 2014, 17 Uhr
Städtische Galerie im Kornhaus (EG)Max-Eyth-Str.19 73230 Kirchheim unter Teck

In ihrer Arbeit lotet Susann Dietrich (*1984) die Begriffe archivieren,
sammeln und erinnern aus. Seit langer Zeit beschäftigt
sie sich intensiv mit den Hintergründen des Wortes Archiv, das
eine Metapher für jede Art der Aufbewahrung geworden ist.
Die Arbeit an und mit ihrem Archiv ist eine Auseinandersetzung
mit Positionen zu Theorien und Ästhetiken des Archivs1 und
zugleich ein experimenteller Umgang mit der eigenen Sicht auf
das System. Sie sieht ihr Archiv gleichermaßen als Kunst und
Forschungsobjekt.
Auf Einladung des Kunstbeirates reiste Susann Dietrich im
März 2014 das erste Mal nach Kirchheim unter Teck, um eine
Woche lang in den Archiven der Stadt zu forschen.
Ihre Arbeitsweise ist eine unablässige Prozessarbeit. Objekte
werden von der Künstlerin gesammelt, angeeignet, auf vielfältige
Weise transformiert, neukontextualisiert und umgedeutet.
In der Städtischen Galerie im Kornhaus zeigt Susann Dietrich
die Rauminstallation INTERFERENZEN .
Es handelt sich um die Konstruktion einer Erzählung, bei der es
durch die Zusammenstellung der Objekte zur Verdichtung von
Materialien aus unterschiedlichen Quellen kommt. Dabei spielt
das Stichwort: Sibyllenspur eine große Rolle.
Zwischen Linien, Flächen und Geweben, sowie der Auflösung
des Einzelwerks versucht Susann Dietrich einen verdichteten
Raum zu schaffen, in dem das Überlagern und miteinander verwoben
sein, wechselnde Hierarchien der Objekte zueinander
zulassen.
„Wie alles sich zum Ganzen webt,
Eins in dem andren wirkt und lebt.“ 2
———-

1 Vgl. Knut Ebeling/Stephan Günzel, „Archivologie - Theorie 
des Archivs in Philisophie,
Medien und Künsten“, Kulturverlag Kadmos Berlin 2009.
2 Johann Wolfgang von Goethe, „Faust“, der Tragödie erster Teil, 
Vers 447.

ANJA KLAFKI

ANJA KLAFKI

LAND  STADT  FRAGMENT
Kirchheim unter Druck

Eröffnung  Sonntag, 12. Oktober 2014, 18 Uhr

Begrüßung Angelika Matt-Heidecker, Oberbürgermeisterin
Florian van het Hekke, Kurator
Prof. Eberhard Holder, HFT Stuttgart – Künstlergespräch mit Anja Klafki

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Mit dem Thema  „Landschaft“ befasst sich die in Stuttgart lebende Künstlerin Anja Klafki seit vielen Jahren. „Dabei geht es ihr vor allem 
um das Erforschen der Darstellung von Landschaft. Was ist Landschaft? Wie nehmen wir Landschaft
 wahr und welches minimale Bildrepertoire reicht aus, um Landschaft visuell zu definieren?
 Die Metallplatte, das Papier und die Druckpresse sind dabei ihr Handwerkszeug – und das kennt sie
 gut! Über viele Jahre hat sie sich intensiv mit der Radierung auseinandergesetzt. Sie hat sie erforscht,
 hat mit den Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der Zinkplatte experimentiert, dadurch eine eigene
 Bildsprache entwickelt und die tradierten Grenzen des Mediums hinterfragt und überschritten“. (Simone Jung 2008)

Weitere Informationen: http://www.anjaklafki.de/aktuell/

oben: Raps III, 2009, 140 x 300 cm (Detail)
oben: Ufer I, 2005, 80 x 325 cm,
Landen II, 2009, 30 x 40 cm, (Detail)
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 Bilder von der Eröffnung am 12. Oktober 2014

Abb. 1-2-: © Janis Rozkalns
Abb 3-4: © Christina Dongowski
Abb.: 5-6 © Susanne Jakob

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PRESSE

Teckbote (Kai Bauer) vom 14. Oktober 2014, S. 18

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Frédéric Ehlers & Martina Wegener

Schwarzes Korn (Rambouillet #2)

EIN PROJEKT VON FRÉDÉRIC EHLERS & MARTINA WEGENER

Eröffnung: Sonntag, 20. Juli 2014, 17 Uhr

Begrüßung Susanne Jakob M.A., Kunstbeirat Städtische Galerie im Kornhaus

 Ausstellungsdauer: 20. Juli – 13. September 2014

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Vor einem Jahr befasste sich die Klasse für erweiterte Bildhauerei und Public Art von Prof. Georg Winter (HBKsaar, Saarbrücken) mit dem Rambouilletplatz in der Südstadt von Kirchheim unter Teck, der bei seiner Fertigstellung in den 1960er-Jahren ein Symbol deutsch-französischer Freundschaft war.

2014 nehmen zwei Absolventen der HBKsaar, Martina Wegener und Frédéric Ehlers, diesen Faden auf und reisen nun selbst in die Partnerstadt Kirchheims – nach Rambouillet. Im Reisegepäck haben die beiden keine vorgefertigten Ideen, sondern zwei Klappräder und das Thema „Korn“, das sie als künstlerische Botschafter des Kirchheimer Kornhauses vor Ort recherchieren wollen. Ein Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit liegt seit kurzem auf ökologischen und biosphärischen Themen, die auch den Einfluss (pop)kultureller Phänomene auf die Wahrnehmung von Landschaften berühren. Als Zeitpunkt ihrer Untersuchungen wählen sie daher die Blütezeit des Roggens, wenn er besonders anfällig für Pilzbefall ist und sich das so genannte „schwarze Korn“ (Mutterkorn) herausbildet.

Die Ergebnisse ihrer Streifzüge durch die Landschaft der Île-de-France und ihres künstlerischen Forschens, werden als Zeichnung, Film und Fotografie in das ehemalige Kornhaus zurück geführt und zu einer spannenden Ausstellung verschmolzen.

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Frédéric Ehlers (*1988)
seit 2008 Kunststudium an der Hbk Saar Saarbrücken, 2014 Diplom mit Auszeichnung
seit 2014 Meisterschüler bei Prof. Georg Winter (HBKsaar)
2013/14 Stipendiat des Deutschlandstipendiums

2013 Mitglied der Ag-Ast auf dem Performancefestival Wunder der Prärie in Mannheim
2013/14 3 Gruppenausstellungen „Beautiful Landscapes 1-3 “, Cadhame Meisenthal; Galerie der HBKSaar Saarbrücken ; Musée de Saarbourg
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Martina Wegener (*1987)
2008-2014 Kunststudium an der HBKsaar Klasse Georg Winter,
2014 Diplom und Meisterschülerin bei Prof. Georg Winter (HBKsaar)
2010 Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes

2012 Beast, Nürnberg, Gruppenausstellung
2013 AG-Ast, Wunder der Prärie, Performancefestival Mannheim
2013 Beautiful Landscapes, Halle Verrière, Meisenthal, Gruppenausstellung
2013 Landscape as an attitude, (Beautiful Landscapes #2) Galerie der HBK Saar, Gruppenausstellung
2013 And what about the ocean? (Beautiful Landscapes#3) , Museé du Pays de Sarrebourg, Gruppenausstellung

Öffnungszeiten:

Di 14-17 Uhr, Mi-Fr 10-12 und 14-17 Uhr, Sa/So und feiertags 11-17 Uhr

Abb.: Treppe zum Aussichtsplateau „Schwarzes Korn“ © Susanne Jakob 2014

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PRESSE

Teckbote 22.07.2014

Auf Klapprädern durch Rambouillet

Ausstellungseröffnung "Schwarzes Korn" (Rambouillet #2), im Kornhaus

Ausstellungseröffnung „Schwarzes Korn“ (Rambouillet #2), im Kornhaus

Die Ausstellung „Schwarzes Korn (Rambouillet #2)“ von Martina Wegener und Frédéric
 Ehlers kann auf vielen Ebenen als Reise betrachtet werden. Zum einen ist im Ausstellungsraum ein Parcours aufgebaut, der den Betrachter mit einem kleinen Zimmerbrunnen zwischen zwei Nussbäumchen empfängt und ihn über eine Treppe mit Aussichtsplattform an zahlreichen Zeichnungen, Vitrinen, Fotos, Videomonitoren und Objekten vorbeiführt.

Zum zweiten sind die Ausstellungsstücke wie einzelne Szenen oder Situationen assoziativ aneinandergefügt und stellen damit eine Reise durch die künstlerische Welt der beiden Künstler, die von 2008 bis 2014 an der HbKsaar studierten, dar.

Zum dritten ist eine tatsächliche Reise Anlass dieser Ausstellung und Thema der meisten Ausstellungsstücke, nämlich eine Reise der beiden Künstler nach Rambouillet, der Partnerstadt von Kirchheim.

Heute noch wird die Vorstellung von Künstlerreisen durch August Macke, der mit befreundeten Künstlern zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch Nordafrika reiste, bestimmt. Die Gruppe junger Expressionisten versuchte damals, das ungewöhnliche Licht und die Farben dieser exotischen Welt in Aquarelle einzufangen.

Frédéric Ehlers thematisiert dieses historische Vorbild, in dem er es auf die Handlungsebene reduziert und dann in aktuelle, überraschende Materialien überführt. Ein Video zeigt ihn, wie er vor dem Schloss in Rambouillet seinen Rucksack abstellt, um den Blick auf das Gebäude in eine schwungvolle Graffitizeichnung auf eine am Boden ausliegende Folie auszuführen. Bereits vor einem Jahr befasste sich die Klasse für erweiterte Bildhauerei und Public Art von Professor Georg Winter an der HBKsaar aus Saarbrücken mit dem Rambouilletplatz in der Südstadt von Kirchheim, der bei seiner Fertigstellung in den 1960er-Jahren ein Symbol deutsch-französischer Freundschaft war.

Mit der aktuellen Ausstellung im Kornhaus nahmen Martina Wegener und Frédéric Ehlers als Absolventen und Meisterschüler dieser Klasse den Faden auf. Im Vorfeld der Ausstellung reisten sie selbst nach Rambouillet. Die zwei Klappfahrräder aus den 1970er-Jahren, die Wegener und Ehlers für ihre Erkundungen vor Ort in einen Kleinwagen verstauten, sind in den Schaufenstern der städtischen Galerie ausgestellt. Wie es sich für zeitgenössische Künstler gehört, wird die praktische Tätigkeit mit theoretischer Lektüre untermauert. In einem weiteren Schaufenster liegen Bücher aus, unter anderem von Roland Barth und Timothey Leary, die damit auch das Phänomen der Reiselektüre darstellen. Der amerikanische Autor Timothey Leary war bekannt dafür, dass er in den 1960er-Jahren den Konsum von Halluzinogenen, vor allem LSD, propagierte, dessen Grundstoff aus dem Pilz des Mutterkorns gewonnen wird. Somit ergab sich für Martina Wegener und Frédéric Ehlers das Thema „Korn“, das sie als künstlerische Botschafter des Kirchheimer Kornhauses vor Ort recherchieren wollten, als Titel und Thema des Projekts. Eine Vitrine zeigt das Mutterkorn, das sich in den Ähren von Roggen ansiedelt und dessen krampferzeugende Wirkung heute in seltenen Fällen beim Konsum von Biomüsli zurückkehrt.

Ein Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit von Wegener und Ehlers liegt seit Kurzem auf agrarwirtschaftlichen und biosphärischen Themen, die auch den Einfluss kultureller Phänomene auf die Wahrnehmung von Landschaften berühren. Als Zeitpunkt ihrer Untersuchungen wählten sie daher die Blütezeit des Roggens, wenn er besonders anfällig für Pilzbefall ist und sich das sogenannte „schwarze Korn“ herausbildet. Die Ergebnisse ihrer Streifzüge durch die Landschaft der Île-de-France und ihres künstlerischen Forschens, werden als Zeichnung, Film und Fotografie in das ehemalige Kornhaus zurückgeführt und zu einer spannenden Ausstellung verschmolzen.

© Kai Bauer 2014

HAIN DER KULTUREN

HAIN DER KULTUREN

KIRCHHEIM UNTER TECK

Im Rahmen des Projekts GARTEN EDEN der Kulturregion Stuttgart wird

am Sonntag, 1. Juni 2014, ab 15.30 Uhr 

der HAIN DER KULTUREN im Bürgerpark Herrschaftsgärten in der Jahnstrasse in Kirchheim unter Teck eingeweiht.

Die Eröffnungsveranstaltung im HAIN DER KULTUREN wird von

zwei künstlerischen Beiträgen begleitet:

Kerstin Schäfer (Stuttgart) und die in Saarbrücken und Istanbul lebende Künstlerin Barbara „Billy“ Bürckner interpretieren in ihren künstlerischen Aktionen den Garten Eden als multikulturellen Ort der Kommunikation und des Austauschs.

„Heimat, Vogelfrei, Gänseblümchen“

Ein Beteiligungsprojekt von Kerstin Schaefer (Stuttgart)

Foto Kerstin Schaefer Performance Heimat-Vogelfrei-Gänseblümchen 2014

Kerstin Schaefer hat bei den Bürgern Kirchheims Ableger von Pflanzen gesammelt, die sie im „Hain der Kulturen“ im neueröffneten Bürgerpark an neu zugezogene Kirchheimer vergibt. Besonders möchte die Künstlerin Migranten und Flüchtlinge einladen, sich eine Pflanze für ihr neues Zuhause abzuholen – als Zeichen für ein lebendiges Willkommensein und Wurzelschlagendürfen!

Liebe Gäste, liebe Bürger, 

bringen SIE aus ihrem Garten oder ihrem ursprünglichen Heimatland Pflanzenableger in kleinen Töpfchen vorbei!

Kerstin Schafer wird am 1. Juni 2014, ab 11 Uhr im Bürgerpark / Hain der Kulturen unterwegs sein.

Erkennungsmerkmal: Kerstin Schaefer steht an einer bunten Schubkarre mit einer rosa Giesskanne ganztags im „Hain der Kulturen“ und nimmt Pflanzen in Töpfchen entgegen und gibt sie an Passanten weiter. Hier ist Platz für jeden und auch für Gespräche und Geschichten. Die Schubkarre wird als Ort des Pflanzentausches auch nach dem Eröffnungstag stehen bleiben.

Adresse: Bürgerpark Herrschaftsgärten
Jahnstraße 73230 Kirchheim unter Teck
Öffnungszeiten: Der Bürgerpark Herrschaftsgärten ist frei zugänglich.
Eintritt: Der Eintritt ist frei.
www.kerstinschaefer.com

Blumenkarre

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Teestand+ besucher

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Stadtstärkung

Eine Aktion von BARBARA BILLY BÜRCKNER, Saarbrücken/Istanbul

www.stadtstaerkung.de

Tee stärkt die Bewohner.

Pflanzen stärken die Stadt. 

Eine Tee- und Pflanzaktion für Kirchheim unter Teck

zur Eröffnung „Hain der Kulturen – Bürgerpark Herrschaftsgärten“

am 1. Juni 2014  ab 11 Uhr.

Teewagen zu WEB

Barbara Billy Bürckner wird mit einem Teewagen am 1. Juni ganztägig im Bürgerpark unterwegs sein und an verschiedenen Orten Halt machen, um dort Tee an Passanten auszuschenken. Das gemeinsame Teetrinken ist in südlichen Ländern ein Begrüßungsritual, das verbindet und Anlass zu Gesprächen gibt.

Jede(r), der am Teeritual teilnimmt, erhält als kleine Gabe ein Päckchen Ringelblumensamen, die er/sie an den Boden der Stadt Kirchheim weitergeben soll. 

„Schwarztee wirkt anregend, Ringelblumentee hat antiseptische und heilende Eigenschaften. Als Mischung sind diese beiden Teesorten ein Stärkungsmittel und bringen Geist und Körper in Schwung. Die Bewohner Kirchheims sind eingeladen, gemeinsam im Hain der Kulturen eine erfrischende Tasse Tee zu genießen“. (BBB)

„Geben Sie die aktivierende Wirkung an die Stadt Kirchheim unter Teck weiter. Verteilen Sie Ringelblumen an einem Ort Ihrer Wahl und beleben Sie dieses Fleckchen Erde. Die Blumen werden sich zusammen mit dem „Hain der Kulturen“ positiv auf die Stadt und die Bewohner auswirken“. (BBB)

Bitte schicken Sie ein Foto und/oder eine Angabe zum Ort Ihrer
Blumen an:  mail@stadtstaerkung.de
Auf dem Stadtplan unter www.stadtstaerkung.de können Sie dann verfolgen wo überall in Kirchheim unter Teck Ihre Blumen blühen.

Barbara Billy Bürckner // www.stadtstaerkung.de

Eine Veranstaltung der Stadtverwaltung Kirchheim unter Teck in Zusammenarbeit mit dem Kunstbeirat der Städtischen Galerie im Kornhaus, Kirchheim unter Teck.

SAM SZEMBEK

SAM SZEMBEK

ZEICHNUNG

27. Mai – 6. Juli 2014

Eröffnung: Sonntag, 25. Mai 2014 um 17 Uhr

„Das Reden über das Zeichnen ist manchmal interessant, aber es ist mir kein Wegzeiger im Atelier. Hier sind andere Gegebenheiten—mein Hin- und Herlaufen und mein Abwarten in Anspannung.
Mein Tun selber verändert sich, weil ich immer wieder anders auf dieselbe Papierfläche mit demselben Material zugehe—alle Veränderung geschieht in der Zeichnung selbst.
Und die Zeichnung ist ganz selbstverständlich. Nichts ist gemacht, sie ist vielmehr gewachsen und steht da, als hätte es sie schon immer gegeben“. (Sam Szembek)
Ein neuer Katalog erscheint, der die Ausstellungen in der Städtischen Galerie im Kornhaus Kirchheim/Teck, im „zumikon“ Nürnberg und in der Galerie Forum Lindenthal in Köln begleitet.

BIOGRAFIE
geboren 1953; Studium der Malerei von 1975 bis 1981 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Lehrtätigkeit an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg; Stadtzeichner von Nürnberg–ein Stipendium der Firma Faber- Castell, der Stadt und Kunsthalle Nürnberg. Stipendien des Landes Baden-Württemberg: Kunststiftung Baden-Württemberg und das Stipendium: Cité Internationale des Arts Paris.

2001  StipenSam-Szembek_1dium für das Bemis Center for Contemporary Arts in Omaha, Nebraska 2007  Stipendium der Stiftung Bartels Fondation in Basel/CH.

 

 

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