KONRAD MÜHE

KONNRAD MÜHE

BADENDE STEINE
25.01. – 8.03. 2015

Eröffnung: Sonntag, 25. Januar 2015, 17 Uhr

Begrüßung
Susanne Jakob M.A., Kunstbeirat

Einführung
Dr. Sven Beckstette, Kunstmuseum Stuttgart

Abb.: Aversion, Installation, Kunsthaus Bethanien, Berlin 2014

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Der in Berlin lebende Künstler und Filmemacher Konrad Mühe erzeugt mit seinen im Raum verteilten Videoskulpturen und Installationen, komplexe Ereignis- und Bedeutungsfelder.
Für seine Videoskulpturen greift Konrad Mühe häufig auf filmisches Archivmaterial zurück, auf Found Footage oder auf selbst gedrehtes Material, das immer wieder zur Selbstbefragung und Standortbestimmung herangezogen wird. Neben einfachen, einprägsamen Handlungen, die als Filmstill oder Videofilm in Erscheinung treten wie z.B. ein im Wasser treibender Körper in «Avalanche» (2013), ist ebenfalls ein freier, experimenteller Umgang mit der technischen Apparatur (Projektor, Videokamera) für Konrad Mühes Videoinstallationen charakteristisch.
In den raumbezogenen Arbeiten, werden die technischen Medien nicht mehr allein in dienender Funktion als bloßes Dokumentations- oder Wiedergabeinstrument eingesetzt, sondern auch als performatives Handlungsinstrument oder als eigenständiges ästhetisches Objekt, das in die Installationen integriert wird. In «Autoportrait» (2013) findet die Videokamera zunächst als Untersuchungsinstrument Verwendung, mit der die Körperoberfläche des Künstlers abgetastet und filmisch festgehalten wird. Diese Selbstbefragung wird im Ausstellungsraum von einem Projektor wiedergegeben, der etwa in gleicher Höhe abgehängt ist, wie die über die Schulter hängende Videokamera im projizierten Bild. So werden, nach dem Prinzip von «Schuss und Gegenschuss», die beiden Wirklichkeitsebenen miteinander konfrontiert.

«Bei den Videoskulpturen wird ein Dialog, aber auch ein Konflikt zwischen Projektion als Vorstellungsraum und den realen Objekten als der physischen Welt erfahrbar gemacht».(Zit. Konrad Mühe)

KURZBIOGRAFIE
1982 geboren in Karl-Marx-Stadt
2004 Klasse für Malerei bei Prof. Ute Pleuger an der Burg Giebichenstein Halle/ Saale
2006 Wechsel an die UdK Berlin
2007- 2011 Klasse Prof. Lothar Baumgarten, UdK Berlin
2012 Meisterschüler Prof. Hito Steyerl, UdK Berlin

PREISE / STIPENDIEN
2014-2016 Karl Schmidt-Rottluff Stipendium
2011 Förderpreis für Bildende Kunst des Bundesministerium für Bildung und Forschung
Lobende Erwähnung für «Fragen an meinen Vater» bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin
2006-2012 Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes

Abb.1+2: a version of aversion 2014,  Holz, Metall, Beamer,
Video: 2:30 min, Loop Foto: ©Konrad Mühe
Abb.3: Autoporträt 2013, Video: DVD Loop 2:13 min.

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Teckbote/Kultur (Kai Bauer) vom 30.1.2015

Unterschiedliche Körper verhandeln den Inhalt

„Beim Malen hat die Verbindung von Hand und Kopf nicht funktioniert, das war zu nah. Daher brauche ich die Kamera, ich muss einen Schritt weiter hinten stehen“, sagt Konrad Mühe, der 2006 vom Malereistudium in Halle zur UdK nach Berlin wechselte und seitdem mit dem Medium Video arbeitet. Seine künstlerische Arbeit besteht aus Videos, die er in Installationen einbaut, und die sich in der Art, wie sie präsentiert werden, mit dem Raum verbinden.

Schon beim Betreten der Ausstellung wird der Besucher mit einer großen Holzplatte konfrontiert, die schräg im Raum aufgestellt ist und eine Art balancierende Wippe mit einer Stahltraverse bildet, auf der ein Videobeamer befestigt ist. Man steht also auch als Betrachter „weiter hinten“, denn man muss zuerst die seltsamen Konstruktionen im Raum entschlüsseln, um an das bewegte und meist farbige Bild heranzukommen. Dieses bildet jeweils den Köder, der den Betrachter wie eine flimmernde Belohnung im Aufbau eines Laborversuchs anlockt.

An der Rückwand des Raumes lehnt ein Flachbildschirm, der wie zufällig im Hochformat am Boden abgestellt wurde und im hinteren Teil der Ausstellung hängt ein Beamer an Stromkabeln von der Decke bis auf die Höhe eines Bauchnabels herab. In der abgedunkelten Mitte des Raumes lockt uns das flirrende Licht der Videoprojektion in einem massiven Block aus Glasscheiben an, ohne dass wir zunächst erkennen können, was der eigentliche Film zeigt. Vier dieser Aufbauten bilden im Ausstellungsraum des Kornhauses eine Art Parcours, den der Besucher durchlaufen kann. Vier Arbeiten erscheinen wenig, sie stellen jedoch eine echte Herausforderung an den Betrachter, der sich jedes mal in die verschiedenen Wahrnehmungsebenen hinein arbeiten muss. Denn Konrad Mühes Konzept ähnelt einem Labyrinth aus ineinander verschlungenen Bahnen, auf die wir mit unseren alltäglichen Wahrnehmungsmustern geführt werden.

Die in die Installationen eingebauten Videos zeigen einfache Objekte und Räume, die in kurzen Szenen verbunden sind. Grundprinzip der Videoclips ist der Loop, also die Endlosschleife, die alle gezeigten Handlungen wieder an ihren Ausgangspunkt zurück führt. Zu sehen sind beispielsweise die Hände eines Jongleurs, die bewegte Schatten auf einer Wand bilden, oder ein menschlicher Körper, der von oben betrachtet im Wasser treibt. In verschiedenen Versionen treibt ihn die Strömung zwischen zwei Steinen hindurch. Auf die diagonale Holzplatte der Installation „a version of aversion“ werden Hände projiziert, die von oben ins Bild kommen. Sie scheinen Schauspieler auf einer kleinen Bühne zu sein und verhalten sich pantomimisch zu einander.

Der auf Bauchnabelhöhe abgehängte Beamer im hinteren Ausstellungsteil zeigt eine Kamera, die sich im Spiegel selbst filmt. Sie hängt dabei an einer Art Marionettengestell auf dem Rücken einer Person herab, die möglicherweise der Künstler selbst ist. Der Körper als Ganzes oder Hände als Körperteile werden in den Videos zu Objekten reduziert. Sie zeigen kaum den subjektiven Ausdruck oder die innere Bewegung, die normalerweise das Genre der künstlerischen Performance, von Tanz oder Schauspiel ausmachen. Konrad Mühe setzt den menschlichen Körper dezidiert als Element der bildenden Kunst ein, wie er auch das Medium Video extrem reduziert, indem er die Handlungsabläufe immer nur als kurze Schleifen zeigt, die mechanisch zu ihrem Ausgangspunkt zurückkehren.

Diese konsequente Fokussierung macht den Videoclip als Element der künstlerischen Installation deutlich und unterscheidet ihn damit formal von herkömmlichen Dokumentations- oder Unterhaltungsmedien. Dieses Medium wird damit etwas grundsätzlich anderes, als beispielsweise die Aufnahme mit dem Smartphone.

Konrad Mühe schafft eine ganz eigene Welt aus Elementen, die er aus der alltäglichen Wahrnehmung in langen Prozessen herausdestilliert hat. Sie werden dabei so stark konzentriert, aber auch manipuliert, dass sie aus ihren Kontexten heraustreten. In der Ausstellung werden sie dann so eigenständig präsentiert, dass der Betrachter genötigt wird, sie wieder in die Kontexte der eigenen Erinnerung einzubauen. Beispielsweise sieht die Stahltraverse, die im Eingangsbereich den Beamer trägt und die große Holzplatte im Gleichgewicht hält, zunächst wie ein Stück industriell gefertigter Eventtechnik aus: sie besteht aus drei Stahlrohren mit diagonalen Verstrebungen, wie man sie beim Aufbau von Konzertbühnen als Träger für Lichtelemente oder Boxen benutzt. Sie ist jedoch kein Fundstück und entspricht auch keiner DIN-Norm, denn der Künstler hat sie eigenhändig zusammengeschweißt. Sie ist kein Ready-Made, aber auch keine Attrappe, denn sie hat die Funktion, den Beamer zu tragen, aber in ihrer Form erinnert sie an eine bereits bekannte Ästhetik. Ebenso ist die Aufnahme des treibenden Körpers, die im Glasblock zu sehen ist, farbig manipuliert, so dass sie wie ein älterer, möglicherweise gefundener Filmausschnitt wirkt.
In Konrad Mühes Wahrnehmungslabyrinth gibt es nicht den einen Weg zum Ziel, sondern es stehen uns zahlreiche Alternativen und neue Assoziationen offen. Oder wie der Künstler es selbst formuliert:
„Die unterschiedlichen Materialien, Oberflächen und Körper und die mit ihnen verbundenen Assoziationen verhandeln den Inhalt“.

Konrad Mühe „Badende Steine“ 25.1. – 8.3. 2015,
Städtische Galerie im Kornhaus Kirchheim unter Teck
Max-Eyth-Strasse 19
73230 Kirchheim unter Teck
http://www.staedtische-galerie-kirchheim-teck.de

Öffnungszeiten
Di 14-17 Uhr
Mi-Fr 10-12, 14-17 Uhr
Sa/So/Feiertag 11-17 Uhr
Faschingsdienstag geschlossen

© Kai Bauer 2015

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SUSANN DIETRICH

SUSANNN DIETRICH

INTERFERENZEN
7.12.2014 – 11.1.2015

Finissage: Sonntag, 11. Januar 2015, 16 Uhr

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Eröffnung: Sonntag, 7. Dezember 2014, 17 Uhr
Städtische Galerie im Kornhaus (EG)Max-Eyth-Str.19 73230 Kirchheim unter Teck

In ihrer Arbeit lotet Susann Dietrich (*1984) die Begriffe archivieren,
sammeln und erinnern aus. Seit langer Zeit beschäftigt
sie sich intensiv mit den Hintergründen des Wortes Archiv, das
eine Metapher für jede Art der Aufbewahrung geworden ist.
Die Arbeit an und mit ihrem Archiv ist eine Auseinandersetzung
mit Positionen zu Theorien und Ästhetiken des Archivs1 und
zugleich ein experimenteller Umgang mit der eigenen Sicht auf
das System. Sie sieht ihr Archiv gleichermaßen als Kunst und
Forschungsobjekt.
Auf Einladung des Kunstbeirates reiste Susann Dietrich im
März 2014 das erste Mal nach Kirchheim unter Teck, um eine
Woche lang in den Archiven der Stadt zu forschen.
Ihre Arbeitsweise ist eine unablässige Prozessarbeit. Objekte
werden von der Künstlerin gesammelt, angeeignet, auf vielfältige
Weise transformiert, neukontextualisiert und umgedeutet.
In der Städtischen Galerie im Kornhaus zeigt Susann Dietrich
die Rauminstallation INTERFERENZEN .
Es handelt sich um die Konstruktion einer Erzählung, bei der es
durch die Zusammenstellung der Objekte zur Verdichtung von
Materialien aus unterschiedlichen Quellen kommt. Dabei spielt
das Stichwort: Sibyllenspur eine große Rolle.
Zwischen Linien, Flächen und Geweben, sowie der Auflösung
des Einzelwerks versucht Susann Dietrich einen verdichteten
Raum zu schaffen, in dem das Überlagern und miteinander verwoben
sein, wechselnde Hierarchien der Objekte zueinander
zulassen.
„Wie alles sich zum Ganzen webt,
Eins in dem andren wirkt und lebt.“ 2
———-

1 Vgl. Knut Ebeling/Stephan Günzel, „Archivologie - Theorie 
des Archivs in Philisophie,
Medien und Künsten“, Kulturverlag Kadmos Berlin 2009.
2 Johann Wolfgang von Goethe, „Faust“, der Tragödie erster Teil, 
Vers 447.

ANJA KLAFKI

ANJA KLAFKI

LAND  STADT  FRAGMENT
Kirchheim unter Druck

Eröffnung  Sonntag, 12. Oktober 2014, 18 Uhr

Begrüßung Angelika Matt-Heidecker, Oberbürgermeisterin
Florian van het Hekke, Kurator
Prof. Eberhard Holder, HFT Stuttgart – Künstlergespräch mit Anja Klafki

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Mit dem Thema  „Landschaft“ befasst sich die in Stuttgart lebende Künstlerin Anja Klafki seit vielen Jahren. „Dabei geht es ihr vor allem 
um das Erforschen der Darstellung von Landschaft. Was ist Landschaft? Wie nehmen wir Landschaft
 wahr und welches minimale Bildrepertoire reicht aus, um Landschaft visuell zu definieren?
 Die Metallplatte, das Papier und die Druckpresse sind dabei ihr Handwerkszeug – und das kennt sie
 gut! Über viele Jahre hat sie sich intensiv mit der Radierung auseinandergesetzt. Sie hat sie erforscht,
 hat mit den Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der Zinkplatte experimentiert, dadurch eine eigene
 Bildsprache entwickelt und die tradierten Grenzen des Mediums hinterfragt und überschritten“. (Simone Jung 2008)

Weitere Informationen: http://www.anjaklafki.de/aktuell/

oben: Raps III, 2009, 140 x 300 cm (Detail)
oben: Ufer I, 2005, 80 x 325 cm,
Landen II, 2009, 30 x 40 cm, (Detail)
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 Bilder von der Eröffnung am 12. Oktober 2014

Abb. 1-2-: © Janis Rozkalns
Abb 3-4: © Christina Dongowski
Abb.: 5-6 © Susanne Jakob

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PRESSE

Teckbote (Kai Bauer) vom 14. Oktober 2014, S. 18

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Frédéric Ehlers & Martina Wegener

Schwarzes Korn (Rambouillet #2)

EIN PROJEKT VON FRÉDÉRIC EHLERS & MARTINA WEGENER

Eröffnung: Sonntag, 20. Juli 2014, 17 Uhr

Begrüßung Susanne Jakob M.A., Kunstbeirat Städtische Galerie im Kornhaus

 Ausstellungsdauer: 20. Juli – 13. September 2014

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Vor einem Jahr befasste sich die Klasse für erweiterte Bildhauerei und Public Art von Prof. Georg Winter (HBKsaar, Saarbrücken) mit dem Rambouilletplatz in der Südstadt von Kirchheim unter Teck, der bei seiner Fertigstellung in den 1960er-Jahren ein Symbol deutsch-französischer Freundschaft war.

2014 nehmen zwei Absolventen der HBKsaar, Martina Wegener und Frédéric Ehlers, diesen Faden auf und reisen nun selbst in die Partnerstadt Kirchheims – nach Rambouillet. Im Reisegepäck haben die beiden keine vorgefertigten Ideen, sondern zwei Klappräder und das Thema „Korn“, das sie als künstlerische Botschafter des Kirchheimer Kornhauses vor Ort recherchieren wollen. Ein Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit liegt seit kurzem auf ökologischen und biosphärischen Themen, die auch den Einfluss (pop)kultureller Phänomene auf die Wahrnehmung von Landschaften berühren. Als Zeitpunkt ihrer Untersuchungen wählen sie daher die Blütezeit des Roggens, wenn er besonders anfällig für Pilzbefall ist und sich das so genannte „schwarze Korn“ (Mutterkorn) herausbildet.

Die Ergebnisse ihrer Streifzüge durch die Landschaft der Île-de-France und ihres künstlerischen Forschens, werden als Zeichnung, Film und Fotografie in das ehemalige Kornhaus zurück geführt und zu einer spannenden Ausstellung verschmolzen.

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Frédéric Ehlers (*1988)
seit 2008 Kunststudium an der Hbk Saar Saarbrücken, 2014 Diplom mit Auszeichnung
seit 2014 Meisterschüler bei Prof. Georg Winter (HBKsaar)
2013/14 Stipendiat des Deutschlandstipendiums

2013 Mitglied der Ag-Ast auf dem Performancefestival Wunder der Prärie in Mannheim
2013/14 3 Gruppenausstellungen „Beautiful Landscapes 1-3 “, Cadhame Meisenthal; Galerie der HBKSaar Saarbrücken ; Musée de Saarbourg
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Martina Wegener (*1987)
2008-2014 Kunststudium an der HBKsaar Klasse Georg Winter,
2014 Diplom und Meisterschülerin bei Prof. Georg Winter (HBKsaar)
2010 Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes

2012 Beast, Nürnberg, Gruppenausstellung
2013 AG-Ast, Wunder der Prärie, Performancefestival Mannheim
2013 Beautiful Landscapes, Halle Verrière, Meisenthal, Gruppenausstellung
2013 Landscape as an attitude, (Beautiful Landscapes #2) Galerie der HBK Saar, Gruppenausstellung
2013 And what about the ocean? (Beautiful Landscapes#3) , Museé du Pays de Sarrebourg, Gruppenausstellung

Öffnungszeiten:

Di 14-17 Uhr, Mi-Fr 10-12 und 14-17 Uhr, Sa/So und feiertags 11-17 Uhr

Abb.: Treppe zum Aussichtsplateau „Schwarzes Korn“ © Susanne Jakob 2014

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PRESSE

Teckbote 22.07.2014

Auf Klapprädern durch Rambouillet

Ausstellungseröffnung "Schwarzes Korn" (Rambouillet #2), im Kornhaus

Ausstellungseröffnung „Schwarzes Korn“ (Rambouillet #2), im Kornhaus

Die Ausstellung „Schwarzes Korn (Rambouillet #2)“ von Martina Wegener und Frédéric
 Ehlers kann auf vielen Ebenen als Reise betrachtet werden. Zum einen ist im Ausstellungsraum ein Parcours aufgebaut, der den Betrachter mit einem kleinen Zimmerbrunnen zwischen zwei Nussbäumchen empfängt und ihn über eine Treppe mit Aussichtsplattform an zahlreichen Zeichnungen, Vitrinen, Fotos, Videomonitoren und Objekten vorbeiführt.

Zum zweiten sind die Ausstellungsstücke wie einzelne Szenen oder Situationen assoziativ aneinandergefügt und stellen damit eine Reise durch die künstlerische Welt der beiden Künstler, die von 2008 bis 2014 an der HbKsaar studierten, dar.

Zum dritten ist eine tatsächliche Reise Anlass dieser Ausstellung und Thema der meisten Ausstellungsstücke, nämlich eine Reise der beiden Künstler nach Rambouillet, der Partnerstadt von Kirchheim.

Heute noch wird die Vorstellung von Künstlerreisen durch August Macke, der mit befreundeten Künstlern zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch Nordafrika reiste, bestimmt. Die Gruppe junger Expressionisten versuchte damals, das ungewöhnliche Licht und die Farben dieser exotischen Welt in Aquarelle einzufangen.

Frédéric Ehlers thematisiert dieses historische Vorbild, in dem er es auf die Handlungsebene reduziert und dann in aktuelle, überraschende Materialien überführt. Ein Video zeigt ihn, wie er vor dem Schloss in Rambouillet seinen Rucksack abstellt, um den Blick auf das Gebäude in eine schwungvolle Graffitizeichnung auf eine am Boden ausliegende Folie auszuführen. Bereits vor einem Jahr befasste sich die Klasse für erweiterte Bildhauerei und Public Art von Professor Georg Winter an der HBKsaar aus Saarbrücken mit dem Rambouilletplatz in der Südstadt von Kirchheim, der bei seiner Fertigstellung in den 1960er-Jahren ein Symbol deutsch-französischer Freundschaft war.

Mit der aktuellen Ausstellung im Kornhaus nahmen Martina Wegener und Frédéric Ehlers als Absolventen und Meisterschüler dieser Klasse den Faden auf. Im Vorfeld der Ausstellung reisten sie selbst nach Rambouillet. Die zwei Klappfahrräder aus den 1970er-Jahren, die Wegener und Ehlers für ihre Erkundungen vor Ort in einen Kleinwagen verstauten, sind in den Schaufenstern der städtischen Galerie ausgestellt. Wie es sich für zeitgenössische Künstler gehört, wird die praktische Tätigkeit mit theoretischer Lektüre untermauert. In einem weiteren Schaufenster liegen Bücher aus, unter anderem von Roland Barth und Timothey Leary, die damit auch das Phänomen der Reiselektüre darstellen. Der amerikanische Autor Timothey Leary war bekannt dafür, dass er in den 1960er-Jahren den Konsum von Halluzinogenen, vor allem LSD, propagierte, dessen Grundstoff aus dem Pilz des Mutterkorns gewonnen wird. Somit ergab sich für Martina Wegener und Frédéric Ehlers das Thema „Korn“, das sie als künstlerische Botschafter des Kirchheimer Kornhauses vor Ort recherchieren wollten, als Titel und Thema des Projekts. Eine Vitrine zeigt das Mutterkorn, das sich in den Ähren von Roggen ansiedelt und dessen krampferzeugende Wirkung heute in seltenen Fällen beim Konsum von Biomüsli zurückkehrt.

Ein Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit von Wegener und Ehlers liegt seit Kurzem auf agrarwirtschaftlichen und biosphärischen Themen, die auch den Einfluss kultureller Phänomene auf die Wahrnehmung von Landschaften berühren. Als Zeitpunkt ihrer Untersuchungen wählten sie daher die Blütezeit des Roggens, wenn er besonders anfällig für Pilzbefall ist und sich das sogenannte „schwarze Korn“ herausbildet. Die Ergebnisse ihrer Streifzüge durch die Landschaft der Île-de-France und ihres künstlerischen Forschens, werden als Zeichnung, Film und Fotografie in das ehemalige Kornhaus zurückgeführt und zu einer spannenden Ausstellung verschmolzen.

© Kai Bauer 2014

HAIN DER KULTUREN

HAIN DER KULTUREN

KIRCHHEIM UNTER TECK

Im Rahmen des Projekts GARTEN EDEN der Kulturregion Stuttgart wird

am Sonntag, 1. Juni 2014, ab 15.30 Uhr 

der HAIN DER KULTUREN im Bürgerpark Herrschaftsgärten in der Jahnstrasse in Kirchheim unter Teck eingeweiht.

Die Eröffnungsveranstaltung im HAIN DER KULTUREN wird von

zwei künstlerischen Beiträgen begleitet:

Kerstin Schäfer (Stuttgart) und die in Saarbrücken und Istanbul lebende Künstlerin Barbara „Billy“ Bürckner interpretieren in ihren künstlerischen Aktionen den Garten Eden als multikulturellen Ort der Kommunikation und des Austauschs.

„Heimat, Vogelfrei, Gänseblümchen“

Ein Beteiligungsprojekt von Kerstin Schaefer (Stuttgart)

Foto Kerstin Schaefer Performance Heimat-Vogelfrei-Gänseblümchen 2014

Kerstin Schaefer hat bei den Bürgern Kirchheims Ableger von Pflanzen gesammelt, die sie im „Hain der Kulturen“ im neueröffneten Bürgerpark an neu zugezogene Kirchheimer vergibt. Besonders möchte die Künstlerin Migranten und Flüchtlinge einladen, sich eine Pflanze für ihr neues Zuhause abzuholen – als Zeichen für ein lebendiges Willkommensein und Wurzelschlagendürfen!

Liebe Gäste, liebe Bürger, 

bringen SIE aus ihrem Garten oder ihrem ursprünglichen Heimatland Pflanzenableger in kleinen Töpfchen vorbei!

Kerstin Schafer wird am 1. Juni 2014, ab 11 Uhr im Bürgerpark / Hain der Kulturen unterwegs sein.

Erkennungsmerkmal: Kerstin Schaefer steht an einer bunten Schubkarre mit einer rosa Giesskanne ganztags im „Hain der Kulturen“ und nimmt Pflanzen in Töpfchen entgegen und gibt sie an Passanten weiter. Hier ist Platz für jeden und auch für Gespräche und Geschichten. Die Schubkarre wird als Ort des Pflanzentausches auch nach dem Eröffnungstag stehen bleiben.

Adresse: Bürgerpark Herrschaftsgärten
Jahnstraße 73230 Kirchheim unter Teck
Öffnungszeiten: Der Bürgerpark Herrschaftsgärten ist frei zugänglich.
Eintritt: Der Eintritt ist frei.
www.kerstinschaefer.com

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Teestand+ besucher

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Stadtstärkung

Eine Aktion von BARBARA BILLY BÜRCKNER, Saarbrücken/Istanbul

www.stadtstaerkung.de

Tee stärkt die Bewohner.

Pflanzen stärken die Stadt. 

Eine Tee- und Pflanzaktion für Kirchheim unter Teck

zur Eröffnung „Hain der Kulturen – Bürgerpark Herrschaftsgärten“

am 1. Juni 2014  ab 11 Uhr.

Teewagen zu WEB

Barbara Billy Bürckner wird mit einem Teewagen am 1. Juni ganztägig im Bürgerpark unterwegs sein und an verschiedenen Orten Halt machen, um dort Tee an Passanten auszuschenken. Das gemeinsame Teetrinken ist in südlichen Ländern ein Begrüßungsritual, das verbindet und Anlass zu Gesprächen gibt.

Jede(r), der am Teeritual teilnimmt, erhält als kleine Gabe ein Päckchen Ringelblumensamen, die er/sie an den Boden der Stadt Kirchheim weitergeben soll. 

„Schwarztee wirkt anregend, Ringelblumentee hat antiseptische und heilende Eigenschaften. Als Mischung sind diese beiden Teesorten ein Stärkungsmittel und bringen Geist und Körper in Schwung. Die Bewohner Kirchheims sind eingeladen, gemeinsam im Hain der Kulturen eine erfrischende Tasse Tee zu genießen“. (BBB)

„Geben Sie die aktivierende Wirkung an die Stadt Kirchheim unter Teck weiter. Verteilen Sie Ringelblumen an einem Ort Ihrer Wahl und beleben Sie dieses Fleckchen Erde. Die Blumen werden sich zusammen mit dem „Hain der Kulturen“ positiv auf die Stadt und die Bewohner auswirken“. (BBB)

Bitte schicken Sie ein Foto und/oder eine Angabe zum Ort Ihrer
Blumen an:  mail@stadtstaerkung.de
Auf dem Stadtplan unter www.stadtstaerkung.de können Sie dann verfolgen wo überall in Kirchheim unter Teck Ihre Blumen blühen.

Barbara Billy Bürckner // www.stadtstaerkung.de

Eine Veranstaltung der Stadtverwaltung Kirchheim unter Teck in Zusammenarbeit mit dem Kunstbeirat der Städtischen Galerie im Kornhaus, Kirchheim unter Teck.

SAM SZEMBEK

SAM SZEMBEK

ZEICHNUNG

27. Mai – 6. Juli 2014

Eröffnung: Sonntag, 25. Mai 2014 um 17 Uhr

„Das Reden über das Zeichnen ist manchmal interessant, aber es ist mir kein Wegzeiger im Atelier. Hier sind andere Gegebenheiten—mein Hin- und Herlaufen und mein Abwarten in Anspannung.
Mein Tun selber verändert sich, weil ich immer wieder anders auf dieselbe Papierfläche mit demselben Material zugehe—alle Veränderung geschieht in der Zeichnung selbst.
Und die Zeichnung ist ganz selbstverständlich. Nichts ist gemacht, sie ist vielmehr gewachsen und steht da, als hätte es sie schon immer gegeben“. (Sam Szembek)
Ein neuer Katalog erscheint, der die Ausstellungen in der Städtischen Galerie im Kornhaus Kirchheim/Teck, im „zumikon“ Nürnberg und in der Galerie Forum Lindenthal in Köln begleitet.

BIOGRAFIE
geboren 1953; Studium der Malerei von 1975 bis 1981 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Lehrtätigkeit an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg; Stadtzeichner von Nürnberg–ein Stipendium der Firma Faber- Castell, der Stadt und Kunsthalle Nürnberg. Stipendien des Landes Baden-Württemberg: Kunststiftung Baden-Württemberg und das Stipendium: Cité Internationale des Arts Paris.

2001  StipenSam-Szembek_1dium für das Bemis Center for Contemporary Arts in Omaha, Nebraska 2007  Stipendium der Stiftung Bartels Fondation in Basel/CH.

 

 

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STEFFEN SCHLICHTER

Steffen Schlichter
WÄNDE

Eröffnung:   Sonntag 2. Februar 2014, 17 Uhr

zur Eröffnung spricht Amely Deiss, stellvertretende Direktorin,
Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt

Ausstellungsdauer: 2. Februar – 16. März 2014
Finissage: Sonntag, 16. März 16 Uhr

Abb.: Wandinstallation, Galerie Maas, Reutlingen 2013
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Bereits Anfang der 1990er Jahre legte Steffen Schlichter für seine künstlerische Arbeit den Pinsel zur Seite und verwendet seither ausschließlich industrielle Halbfertigprodukte wie Klebebänder, Folien, CD-Rohlinge und Spanplatten.
Er verknüpft diese Materialien mit einfachen Vorgehensweisen wie Reihung, Teilung oder Wiederholung und schafft so raum- oder wandbezogene Installationen oder autonome Arbeiten, die vordergründig als geometrische oder monochrome Malerei wahrnehmbar sind.

In der Städtischen Galerie im Kornhaus zeigt Steffen Schlichter die Installation „Wände“, die sich direkt auf die räumliche Situation im ehemaligen „Kornhaus“ bezieht.  Die in die historische Bausubstanz zu Ausstellungszwecken eingebauten oder variablen Wände werden von Steffen Schlichter weitgehend ihrer Trägerfunktion enthoben und zu autonomen (Bild)Objekten transformiert.

Mit Klebebändern bearbeitet oder mit hunderten CD-Rohlingen bedeckt, werden diese Wände zu Bildobjekten im Raum. Einfache, repetitiv durchgeführte Klebevarianten der Bänder lassen hierbei komplexe Bildsituationen entstehen, die den Betrachter teilweise an den Rand seiner Wahrnehmungsleistung führen.

* 1967 in Kirchheim/Teck
Kunstseminar Metzingen 1987 – 1991
Akademie der Bildenden Künste Stuttgart 1993 – 1997

Öffnungszeiten:
Di 14-17 Uhr, Mi-Fr 10-12 und 14-17 Uhr, Sa/So und feiertags 11-17 Uhr
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Code 77336
12/12
Spanplatte, Klebeband
60 x 60 x 1,9 cm
WVZ 12067

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Code 97432, 03/13
Spanplatte Klebeband
60 x 60 x 1,9 cm
WVZ 13011

FRANK DARIUS

Frank Darius

Das Paradies ist hier

Eröffnung: Sonntag, 8. Dezember 2013, 17 Uhr

Einführung: Dr. Petra Lanfermann, Bietigheim-Bissingen
Austellungsdauer: 8.12. 2013 bis 19.1. 2014

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Abb.: Frank-Darius-Teufelsberg 2001
© VG-Bildkunst-Bonn/Frank Darius
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Die Fotografien des Berliner Künstlers Frank Darius erzählen von einer Suche – der Suche danach, was Natur wirklich ist. Ein Ufer, das im Nebel verschwindet, ein Acker mit Schneespuren, abgeerntete Hopfenstängel – die Motive erscheinen so beiläufig wie sinnfällig. Und die Fotografien bestechen durch ihre poetische Stimmung.

Ist Frank Darius ein Romantiker der Gegenwart? Denn so wie er die Beziehung Mensch – Natur, die Suche nach dem Garten Eden auf Erden in den Blick nimmt, wurde vor 200 Jahren gleichfalls Landschaftskunst als sichtbarer Ausdruck des Inneren verstanden und eine tief empfundene Beziehung zur Natur thematisiert. Doch seither hat der Mensch seine Umwelt zunehmend zivilisiert, urbanisiert, kultiviert – die romantische Weltsicht hat Brüche bekommen und ist doch so aktuell wie einst. So zeigen Frank Darius’ Aufnahmen nicht die überwältigende Erhabenheit der Natur, sondern vielmehr das Zarte, das Zeichenhafte, das Unscheinbare. Seine Botanik-Serie wirkt gar losgelöst vom eigentlichen Motiv: Dünne Gräser, sich reckende Halme und Blütenstempel, die sich in alle Himmelsrichtungen schier unendlich auszudehnen scheinen, ergeben feine, kalligrafisch anmutende Notationen auf stillem Weiß – das Paradies ist tatsächlich hier.

Frank Darius
geboren 1963 in Berlin
lebt und arbeitet in Berlin 
Die letzten beiden großen Einzelausstellungen: 2013 „Das Paradies ist hier“ in der Alfred-Erhard-Stiftung Berlin mit gleichnamiger Publikation (Kehrer Verlag); 2011 „Willkommen im Garten“ in der Kunsthalle Erfurt mit gleichnamiger Publikation (Hatje Cantz Verlag).

JEANETTE ZIPPEL

JEANETTE ZIPPEL
ARBEITEN UEBER BIENEN

13. Oktober – 24 November 2013

Eröffnung:      Sonntag, 13. Oktober 2013, 17 Uhr
Einführung:    Christian  Gögger, Kunstverein Esslingen

Finissage:      Sonntag, 24. November 2013, 15 Uhr

Vortrag zur Finissage
Jeanette Zippel: „Kunst und Natur  – Projekte mit belebten Skulpturen
für Wild- und Honigbienen“.
„JEANETTE ZIPPEL“ weiterlesen

PROGRAMM – MON RAMBOU

Stadtprojekt MON RAMBOU – Kirchheim unter Teck

des S_A_R Projektbüros/ HBKsaar, Saarbrücken

Programm am Rambouilletplatz 

13.7. – 19.7.2013
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13.7. 2013 – 8.9. 2013

Hängematten und Spiele u.v.a. für Alle.
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„PROGRAMM – MON RAMBOU“ weiterlesen