andreasschneider Überkanditelt

andreasschneider
Überkanditelt

Eröffnung: Sonntag, 8. Dezember 2019, 17 Uhr
8.12.2019 – 26.1.2020

Für die Ausstellung kurz vor der Sanierung des Kornhauses geht andreasschneider den Ort mit dem Thema Energie an. In Zeiten des globalen Klimawandels und der Diskussion um die Ausbeutung lebensnotwendiger Ressourcen ist das Thema Energie von aktueller Brisanz. Energie lässt sich speichern und transportieren. Energie wird genutzt und verbraucht. Jede Aktivität ist mit Energie verbunden. Zugleich ist Energie als lebendige Kraft und Antrieb ein Motor, der den Einzelnen aktiviert und ihn befähigt zu wirken, auch im Kontext der Kunst. Gibt es eine besondere Kunst-Energie? Brauchen wir die Kunst um Energie zu erfahren? Im Kontext der inszenatorischen künstlerischen Praxis von andreasschneider sollen gesellschaftliche Fragen zum Umgang mit Energie gestellt und im metaphorischen Bild die Grenzen der Nutzung von Energie bewusst werden, denn, so der Künstler, ,„wir sind die Energie“.

Der Ausstellungsraum wird mit zwei raumgreifenden bildhauerischen Positionen bespielt. Dabei wird ein selbstleuchtender Strommast geknickt in den Raum gedrückt. Dieser besteht ausschließlich aus „Leuchtstoffröhren“ und führt das unablässige Stromnutzen ad absurdum. Die geballte Leuchtkraft flutet den Raum. Als zweite Position werden zwei mannshohe, aus Holz gedrechselte Isolatoren gezeigt und die Isolationsfähigkeit wie auch der Brennwert von Holz in den Fokus gerückt. Zudem bilden die Isolatoren und der Mast als blendende Skulptur die Basis für die Stromleitungen, die somit unzertrennlich miteinander verbunden sind. Die skulpturalen Eingriffe wirken im Raum überkandidelt, also überspannt und überdreht, heiter und „ver-rückt“.

Die Ausstellung steht im Kontext der bevorstehenden Sanierung der Städtischen Galerie im Kornhaus. Dazu wird sehr viel Energie benötigt, welche der Kunst, Kultur und dem historischen Erbe der Stadt Kirchheim unter Teck im Nachgang zugute kommt.

Abb: 
andreasschneider, Illustration eines Isolators, 2019

Kuratorenführung mit Dr. Heiderose Langer
Samstag, 14. Dezember, 16.00 Uhr

Werkvortrag von Andreas Schneider
Im Anschluss: Gespräch mit Andreas Schneider und und Dr. Heiderose Langer
Samstag, 25. Januar 2020, 16.00 Uhr

andreasschneider

1969 geboren am 21. August in Basel
1985 Vorkurs für Metall, Allgemeinen Gewerbeschule Basel
1986 Lehre als Hochbauzeichner
1990 Gestaltung, Entwicklung und Umsetzung von Möbeldesign
2005 autodidaktische Aneignung als bildender Künstler
lebt und arbeitet in Basel

Auswahl Ausstellungen:

2019 Jugend-Kunst-Architektur-Projekt, Kunststiftung Erich Hauser | Lost in Control, Salon Mondial Basel (solo) | Gefällt, Villa Renata Basel/CH | 2018 Transenvironmental Exercises, Salon Mondial, Münchenstein/CH | Virtus-Vagabund, Europäische Tage des Denkmals, Bern/CH | 2017 Everywhere but Here, Cité internationale des Arts, Paris/F (solo) | Aux Lumières de la Mouche, Ilé Saint-Louis, Paris/F | Bex & Arts Triennale, L’energie, Bex/CH | 2016 Squeeze, Galerie Gisèle Linder Basel/CH (solo) | Geist & Luxus, Kloster Dornach/CH | Triennale UNIL, Université de Lausanne/VD | 2015 consequence, Projektraum utengasse sechzig Basel/CH (solo) | 2014 Vom Aufwachen mit der bestehenden Ordnung, Filter 4 Basel/CH (solo) | Ins rechte Lot – Trinkhalle, Kunst lokal Rheinfelden/CH

http://www.andreasschneider.name

LINIENSCHAREN

Blasenflieger,  Bodenroller,  Kletthafter,  Körnchenflieger,  Regenschwemmlinge,  Saftdruckstreuer,  Schraubenflieger,  Steppenroller,  Tierballisten,  Wasserhafter

Die Varianten neue Ansätze anzustoßen, sind mannigfaltig, die weitere Entwicklung der Sämlinge ist ebenso unterschiedlich. Während die ersten Haupttriebe sich verästeln, verharren handbreitgroße Schösslinge jahrelang in ihrem Wachstum, um in der Gunst des Moments die in ihnen angelegten Möglichkeiten zu entfalten – ein bisschen Licht ist halt von Nöten…

Beteiligte Künstler*innen:

Barbara Armbruster // Sabina Aurich // Manuela Beck // U!!i Berg // Karl-Heinz Bogner // Andreas Böhm // Josephine Bonnet // Eva Borsdorf // Katja Butt // Stephan Conrady // Doris Erbacher // Anna Fedorov // Detlev Fischer // Ute Fischer-Dieter // Eva Früh // Ursel Gerdemann // Melanie Grocki // Katrin Günther // Christiane Haag // Markus Hallstein // Erwin Holl // Beate Jakob // Barbara Karsch-Chaïeb // Ulrike Kirbach // Gudrun Knapp // Matthias Kohlmann // Karin Kramer // Karen Kreuselberg // Harald Kröner // Annie Krüger // Mélanie Lachièze-Rey // Volker Lehnert // Margarete Lindau // Conny Luley // Hartmut Ohmenhäuser // Daniela Petrini // Christian Pilz // Olaf Probst // Eva-Maria Reiner // Stefanie Reling-Burns // Maria Grazia Sacchitelli // Doris Scheuermann // Horst Peter Schlotter // Helga Schuhmacher // Ulrich Seibt // Zuzanna Skiba // Kathrin Sohn // Andreas Stetka // Sam Szembek // Thomas Volkwein // Julia Wenz // Silke Willrett // Ute Woracek // Danielle Zimmermann

Vernissage
Sonntag, 20. Oktober 2019, 17:00 Uhr 

Begrüßung:  Monika Schaber, Kunstbeirat
Einführung:  Gilbert Fels, Schriftsteller
20. Oktober –  24. November 2019

Öffnungszeiten Di -Fr 14–17 Uhr,  Sa/So/Feiertag 11–17 Uhr 

Ausstellungsgespräch mit den beteiligten Künstler*innen
Mittwoch, 13.11.2019, 18:30 Uhr

Finissage
Sonntag, 24.11.2019, 16:00 Uhr
Marius Schwingel & Paul Abbrecht
Interaktive Sound Performance  „Klang reagiert auf Körper Im Raum“

Anlässlich des 40. Jubiläums der Städtischen Galerie Kirchheim unter Teck hat die Künstler*innenplattform Linienscharen ein Ausstellungsprojekt entwickelt, das ‚Wiederaufnahme‘ als künstlerische Arbeitsstrategie thematisiert. Zur Teilnahme waren alle zeichnerisch und mit Linie arbeitenden Künstler*innen eingeladen, die bereit waren, sich der Wiederentdeckung und Neuaufnahme einer zeichnerischen Arbeit zu widmen, die seit Jahren im Zustand der Schwebe auf Fortführung wartete, um sie mit verändertem Blick und vorangeschrittener Erfahrung neu- und weiterzudenken. Gedacht war an eine Arbeit, die einer anderen Zeit des jeweiligen künstlerischen Tuns zuzuordnen ist und damals in einem vorläufigen Zustand belassen wurde. Die gewählte Ausgangszeichnung wurde zum Teil überarbeitet oder auch oft neu erarbeitet, aber auf jeden Fall durch die neuerliche Bearbeitung in einen eigenständigen Zustand überführt, der möglicherweise eine Auflösung früherer Konflikte bedeutet. In einem begleitenden Heft, in welchem auch das jeweilige Ausgangsmaterial zu sehen ist, werden Wiederentdeckung, Neubewertung und Weiterführung als zusammenhängender Prozess des Nachvollzugs des eigenen Tuns dokumentiert. 

Zu Linienscharen

Im Herbst 2012 wurde Linienscharen gegründet, eine Plattform für zeitgenössische Zeichnung in Stuttgart. Linienscharen möchte den Diskurs über Zeichnung in Stuttgart lebendig halten und einen Rahmen für Austausch, Vorträge und Präsentationen zu diesem Thema bieten. Dabei fungiert Linienscharen als ein offenes Forum für Künstler*innen aus Stuttgart und der Region, die sich in Ihrer Arbeit mit Zeichnung oder dem Thema Linie in einem anderen Medium beschäftigen. Durch eingeladene Gäste bzw. deren Werkgespräche und Präsentationen ermöglicht Linienscharen auch überregionalen Austausch und Vernetzung. Ergänzend zu den regelmäßig stattfindenden Treffen und Veranstaltungen werden Ateliergespräche organisiert und Ausstellungsprojekte initiiert. Interessierten steht es frei sich zu beteiligen oder sich zu engagieren und so gab es bereits verschiedene Formate und Projekte, die auf dieser Plattform entwickelt und realisiert wurden.

Dellbrügge & de Moll

< prima materia >

Installation in der Galerie im Kornhaus: 21. Juli – 15. September 2019
Ausgleichsfläche im Bürgerpark: Juli 2019 – Juli 2024

„Die Städtische Galerie befindet sich im 40. Jahr ihres Bestehens vor einer Sanierungs- und Umbauphase, die eine längere Schließung des Galerieraums mit sich bringt.
Ausstellungen und künstlerische Interventionen werden sich anderswo manifestieren müssen“. (Dellbrügge & de Moll)

Seit einigen Jahren befassen sich Dellbrügge & de Moll mit Materialkreisläufen wie sie inzwischen auch in der Bauwirtschaft zur Anwendung kommen. Sie fokussieren sich dabei auf zwei Handlungsfelder: Zum Ersten auf die Nutzung von Sekundärrohstoffen wie z.B. Abbruchmassen von altem Baubestand. Für das prämierte Kunst-am-Bau Projekt für das Humboldt Forum in Berlin haben Dellbrügge & de Moll die Abbruchmasse aus dem Fundament des politischen Machtzentrums der DDR, dem Palast der Republik, wieder aufbereitet. In fein gemahlenem Zustand wurden 6 Tonnen des historisch belasteten Baustoffs dem Buchstabenfries zugeschlagen, der nun als rundum laufendes Schriftband das Foyer des Humboldt Forums ziert. Nicht nur über das Material implantierten Dellbrügge & de Moll dem Neubau die (Bau)Geschichte des Ortes, sondern auch über die Vornamen der Baumeister, die diesen Ort in den letzten Jahrhunderten immer wieder neu interpretiert und gestaltet haben.

Dellbrügge & de Moll: „Die Architekten“, Buchstabenfries für das Humboldt Forum, Berlin (Produktionssituation) Foto © Kitty Kleist-Heinrich / Der Tagesspiegel

Zum zweiten Handlungsstrang gehören ebenfalls die Planung und künstlerische Umsetzung von Ressourcen schonenden und rezyklierbaren Werken, die nach einer bestimmten Präsentationsdauer als Rohstoff 3. Ordnung wieder aufbereitet werden. Diesem Nachhaltigkeitskriterium entsprechen sowohl die wenige Zentimeter hohe Schüttung von gereinigtem Schlacksplitt, der den Boden der Städtischen Galerie bedeckt und nach der Ausstellungszeit dem Verwertungskreislauf wieder rückerstattet wird; als auch die temporäre Ausgleichsfläche aus ziegelfarbigem Abbruchmaterial, die während des Umbaus der Städtischen Galerie im Kornhaus im Kirchheimer Bürgerpark von Juli 2019 bis Juli 2024 eine neue Spiel- und Möglichkeitsplattform bietet.
Auch diese wird nach ihrer Nutzung abgebaut und das eingesetzte Material dem Werkstoffkreislauf wieder rückerstattet.

Das von Dellbrügge & de Moll entwickelte Konzept für die Städtische Galerie im Kornhaus vereint zeitgenössisches nachhaltiges Denken mit der Idee der „prima materia“ aus der Alchemie, bei der ebenfalls banale, nicht wertige Stoffe transformiert, veredelt und in einen neuen Bewertungszusammnehang übertragen werden.

Eröffnung: Sonntag, 21. Juli 2019, 17 Uhr
Begrüßung: Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker
Arkaden vor der Städtischen Galerie im Kornhaus (EG)
Spaziergang zur „Ausgleichsfläche“ im Bürgerpark
Gespräch und Picknick im Bürgerpark mit Dellbrügge & de Moll
und Susanne Jakob (Kunstbeirat )

Städtische Galerie im Kornhaus, Max-Eyth-Str. 19 73230 Kirchheim unter Teck
Öffnungszeiten Di – Fr: 14-17 Uhr; Sa, So, feiertags 11-17 Uhr
21.Juli – 15. September 2019

Das zweiteilige Kunstprojekt prima materia kann realisiert werden mit Unterstützung der Stadt Kirchheim unter Teck,
Scherer+Kohl GmbH & Co.KG, Ludwigshafen und der
Heinrich Feeß GmbH & Co.KG, Kirchheim/ Teck
prima materia findet im Rahmen „40 Jahre Kunstbeirat Städtische Galerie im Kornhaus 1979-2019“ statt.

Mai 2019: Gelände für die Ausgleichsfläche (= Grundfläche der Galerie im Kornhaus) im Bürgerpark/Hain der Kulturen, Foto © Steffen Schlichter
6. Juli 2019: Baubeginn mit Unterstützung der Fa. Fees, Foto © Steffen Schlichter
8. Juli 2019: Fertig gestellte Ausgleichsfläche mit neu angelegter Hügelwiese für Bienen
Foto © Steffen Schlichter

RAINER SPLITT

„Colored Identities“

Ein Beteiligungsprojekt von Rainer Splitt

24.02.-24.03.2019

Eröffnung: Sonntag, 24. Februar 2019, 17 Uhr

Anlässlich des 40jährigen Jubiläums der Städtischen Galerie im Kornhaus Kirchheim unter Teck im Jahr 2019 initiiert der verantwortliche Kunstbeirat eine Ausstellungsreihe zu verschiedenen Schwerpunkten, die die Ausstellungstätigkeit der zurückliegenden Jahrzehnte geprägt haben. 

Den Auftakt zu dieser Reihe bildet im Februar 2019 das Projekt „Colored Identities“ des Berliner Künstler Rainer Splitt.
Rainer Splitt möchte ein farbiges Porträt der Stadt Kirchheim erstellen, das aus den individuellen Farben der Bürgerinnen und Bürger gebildet wird. 

Diese waren bereits im November 2018 zu einem öffentlichen Foto-Shooting eingeladen worden, um mit ihrem Fotoporträt und ihrer selbstgewählten Farbe eine Facette zum lokalen Gesamtporträt beizutragen.
Das Besondere daran: Das jeweilige Gesicht wird durch einen farbigen Luftballon verdeckt, dessen Farbe jede/r Porträtierte als die für ihn/sie passende auswählte. 

Kirchheim unter Teck, das ist die Summe dieser individuellen Farben, hinter denen sich jeweils ein besonderer Kopf, eine besondere Persönlichkeit verbirgt.

Über hundert Personen nahmen an der Aktion teil. Die Ergebnisse des Beteiligungsprojekts können ab 24. Februar 2019 in der Städtischen Galerie im Kornhaus betrachtet werden.

Zur Ausstellung Rainer Splitt „Colored Identities“ in der Städtischen Galerie im Kornhaus Kirchheim unter Teck erscheint eine Publikation.

Abb.: Rainer Splitt, Maria /Gelb, Colored Identities, 2018-2019 © Rainer Splitt

CAROLIN JÖRG

SPEICHER

16.Dezember 2018 bis 3. Februar 2019

Eröffnung Sonntag, 16.12.2018, 17 Uhr
Begrüßung Monika Schaber, Kunstbeirat
Einführung Winfried Stürzl Kunstwissenschaftler

Sonntag, 13.01.2019, 15 Uhr
Künstlergespräch
Carolin Jörg und Michael Fragstein
Im Fokus: Der zweite Blick

Sinnlich fließende Tuschezeichnungen, geballte und verdichtete
Papierobjekte, figurative und abstrakte Formationen – das Genre der
Zeichnung lotet Carolin Jörg weit aus.
In einer freien Hängung führt Carolin Jörg in dem, ehemals als Speicher
genutzten Ausstellungsraum, eine Auswahl an Zeichnungen und Objekten zusammen, die über Jahre entstanden sind.
Ihre künstlerische Herangehensweise beschreibt Prof. Matthias Kohlmann folgendermaßen:
„Carolin Jörg arbeitet ihre Zeichnungen in der Horizontalen: also auf
einem Tisch oder auf dem Boden. Sie beginnt oft, wie sie sagt, in der
Mitte des Blattes. Hier wird der erste Tinten/ Tuschepunkt gesetzt, und
dann: vergrößern, strecken, wachsen, additiv aufbauen, übereinander
legen. Alles kommt mit dem Material, es fließt, es wandert, es stoppt, es
weitet sich…. Der Pinsel bewegt sich über die Oberfläche, lässt sich
stellenweise auf ihr nieder, dringt vielleicht sogar ein Stück weit in sie ein
und zieht unvorhersehbare Bahnen, so dass sich Punkte und Flecken zu
Linien, Streifen oder Rillen dehnen“.
Ein weiterer Teil der Ausstellung bildet die Arbeit „Der zweite Blick“, ein
experimentelles Media-Projekt im Spannungsraum zwischen Zeichnung
und Animation, das zusammen mit Michael Fragstein/ Büro
Achter April, entwickelt wurde.
Bewusst werden hier klassische Zeichenformen und innovative
Technik kombiniert, um neue Darstellungs- und Wahrnehmungsformen im
Bereich der Zeichnung erlebbar zu machen. Mit Hilfe von Tablets oder
dem eigenen Handy, können die Zeichnungen in Bewegung versetzt
werden. Das visuelle Erleben wird auditiv durch surreale Texte und
Soundformen erweitert.

fig.1: Carolin Jörg, Katzenaugen, Tinte/Tusche, 2018

*1977 in Offenburg
Studium an der Hochschule der Bildenden Künste Saar und Universität
des Saarlandes, der École Supérieure des Beaux-Arts de Toulouse,
Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und Universität Stuttgart und
der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts de Paris.
2009 bis 2014 Professur für Zeichnung an der École Nationale Supérieure
des Beaux-Arts de Lyon seit 2015 Professur für Künstlerisches Gestalten
an der Hochschule Augsburg.
Zahlreiche Preise, Stipendien und Publikationen (z.B. Atelierstipendium
des Landes Baden-Württemberg, Förderpreis der Internationalen
Bodensee Konferenz, Cité Internationale des Arts, Paris, Innovationsfond
Baden-Württemberg).
Einzel- und Gruppenausstellungen in In- und Ausland (z.B. Städtische
Galerie Offenburg, Kunsthalle Hamburg, Horst-Janssen-Museum
Oldenburg, Galleria Doppelgaenger Bari, Fondation Bullukian Lyon).

Städtische Galerie im Kornhaus Kirchheim unterTeck


ALEX CHINNECK „Knots“

TEA TIME TALK

mit ALEX CHINNECK

am Sonntag, 8. April 2018, 16 Uhr

Zur Finissage von „KNOTS“ sprechen der Kurator und Architekt Florian van het Hekke und die Kunstwissenschaftlerin Susanne Jakob mit dem britischen Künstler Alex Chinneck über seine Ausstellung in der Städtischen Galerie im Kornhaus und über seine exzentrische Transformation von Gebäuden.

Zum Gespräch bei einer Tasse englischem Tee und Gebäck laden wir Sie herzlich ein!

Städtische Galerie im Kornhaus – Kunstbeirat –
Max-Eyth-Str. 19, 73230 Kirchheim unter Teck

Alex Chinneck: „Birth, death and a midlife crisis“(Detail), Installation in situ, 2018
Foto: © Charles Emerson

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Eröffnung: Sonntag, 28.01.2018, 17 Uhr

Begrüßung
Angelika Matt-Heidecker, Oberbürgermeisterin
Florian van het Hekke, Kurator

Einführende Worte
Susanne Jakob, Kunstwissenschaftlerin M.A.

Alex Chinneck (*1984 in London) studierte am Chelsea College of Arts in London und gehört inzwischen zu den wichtigen Vertretern der zeitgenössischen britischen Bildhauerei.
Alex Chinneck`s Eingriffe in öffentliche Situationen und vor allem in Fassaden sind spektakulär und konterkarieren die Gesetzmäßigkeiten klassischer Bildhauerei und Architektur:
 Abrutschende, schmelzende und auseinander fallende Hausfassaden, ein sich nach oben wölbender Strassenasphalt und ein historisches Gebäude, das entgegen der Gravitationskraft frei in der Luft schwebt, gehören zu den exzentrischen Einfällen des in London lebenden Künstlers.
Seit Sommer 2017 befasst sich der britische Bildhauer nun auch mit den architektonischen Strukturen der Städtischen Galerie im Kornhaus, der Plattform für zeitgenössische Kunst in Kirchheim unter Teck. Das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert mit seiner ausgeprägten Fachwerkstruktur stellt für den Briten eine neue Herausforderung dar. Zur Eröffnung am 28. Januar 2018 wird den Besucher im Erdgeschoss des Kornhauses jedenfalls eine ungewöhnliche Intervention erwarten.

 

Mit freundlicher Unterstützung
Logos CHINNECK Ko

Alex Chinneck KNOT 2018 (Ausstellungsansicht Städt. Galerie im Kornhaus)     
Foto: © Charles Emerson

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Alex Chinneck, Broom 2018 (Ausstellungsansicht Städt. Galerie im Kornhaus)               Foto: © Charles Emerson

 

PRESSE
TECKBOTE  (Kai Bauer) vom 30.01.2018

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STUTTGARTER ZEITUNG (Lokalteil Kreis Esslingen) vom 02.02.2018

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.kirchheim-kein-witz-die-perfekte-taeuschung.acf720b7-d095-4908-9519-35d286030dd7.html

 

 

Frühere Außenraumarbeiten:

Alex Chinneck, Pylon, London 2015

2.-Alex-Chinneck-Pylon-Website

Alex Chinneck, A Pound of Flesh for 50p, (Melting House), 2014

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21.-Alex-Chinneck

CHINA CONNECTION #1

19.November 2017 – 7. Januar 2018

CHINA CONNECTION I
Zhou Gang & Meng Yang

Eröffnung: Sonntag, 19.11.2017, 17 Uhr

Die Ausstellung CHINA CONNECTION I bildet den Auftakt zu einer Ausstellungsreihe, in der in unregelmäßigen Abständen junge chinesische Künstlerinnen und Künstler vorgestellt werden, die „zwischen den Welten“ Deutschland-China ihre künstlerische Sprache entwickelt haben.
Die erste Ausstellung wird von der in Nürnberg lebenden Zeichnerin und Malerin Meng Yang und dem Konzept- und Videokünstler Zhou Gang realisiert, der bis 2011 ebenfalls an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg studierte und heute in Wuhan/VR China lebt.

Meng Yangs großformatige Bilder erinnern bei oberflächlicher Betrachtung an chinesische Tuschezeichnungen oder Holzdrucke. Unterstützt wird dieser Eindruck durch die klassischen Natur- und Landschaftsmotive, die zunächst den Ausgangspunkt für mehrere Leinwände bilden, dann jedoch weiter transformiert werden – bis hin zu Bildwerken, die von jeder landschaftlichen Referenz befreit sind. Bei genauerer Betrachtung entpuppen sich die nadelfeinen Lineaturen, aus denen sich unterschiedlich schraffierte Flächen und Formen herauskristallisieren, als mit Filzstift gezogene Linien, die systematisch im Rapport nebeneinander gelegt wurden. Eine energetische Wirkung entfalten die Bilder durch divergierende Linienfelder, die unterschiedliche Strömungen und Richtungswechsel zeigen – und manche wurden ganz deutlich gegen den Strich gebürstet.

In seinem Videofilm „China“ bezieht sich Zhou Gang auf die Filmproduktion „La Chine: Chung-Kuo-Cina“ („Reich der Mitte“) von Michelangelo Antonioni, die dieser 1972 auf Einladung der chinesischen Regierung in Peking, Nanking und Shanghai gedreht hatte. Antonioni schildert in seinen Aufnahmen nicht nur die Schokoladenseite des modernen Chinas, sondern in der Form einer Sozialreportage auch Ausbeutung, Elend und Armut. Diesem Prinzip folgend stellt Gang Zhou Orte, Einstellungen und Sequenzen aus Antonionis Film nach. Er sucht die alten Drehorte auf, die inzwischen von neuen Megastädten westlichen Zuschnitts überbaut worden sind. Gang Zhous „China“ dokumentiert den Prozess der postindustriellen Urbanisierung und die zementierte Disharmonie zwischen gestern und heute.

MENG YANG
1979 geboren in Tianjin, VR China
2008-2010 Studium freie Kunst Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, Prof. Heike Baranowsky
2009 Meisterschülerin
2004-2007 Studium Malerei und Objektkunst, Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, Prof. Rolf-Gunter Dienst
1998-2002 Studium Ölmalerei, Academy of Fine Arts Tianjin, Bachelor of Fine Arts

GANG ZHOU
1980 geboren in Wuhan, VR China
seit 2012 Künstlerischer Mitarbeiter an der Akademie der Bildenden Künste Hubei in Wuhan/VR China
2009 – 2011 postgrad. Dipl. Kunst und öffentl. Raum, AdBK Nürnberg
2005 – 2008 Diplom, Kommunikationsdesign, FH Nürnberg
1998 – 2002 Bachelor, Grafik-Design, AdBK Hubei, VR China

fig.1: Zhou Gang, Grand Wuhan, 2015, ca. 30 min.
fig.2:: Meng Yang, Filzstift auf Leinwand © Artothek Nürnberg

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PRESSE
Teckbote, Kultur (Kai Bauer) vom 22.11.2017 

Teckbote v. 22.11.17 KopieTB-2l Kopie

Meng Yang

TINA HAASE

30. Juli – 17. September  2017

TINA HAASE      SITUATION BUNT   

Finissage: Dr. Reinhard Ermen, Stuttgart
im Gespräch mit der Künstlerin

Sonntag, 17. September 2017, 15 Uhr

Im Anschluss an das Künstlergepräch mit Dr. Reinhard Ermen wird der Kurzfilm „Wush“ (2017) von Tina Haase gezeigt. 

Die Installation aus Plastiktüten im Kornhaus wirkt gegen das Licht wie Kirchenfenster. Foto: © Carsten Riedl/Teckbote

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Wann wird es zu bunt oder wieviel geht noch?

Die Bildhauerin Tina Haase befragt alltägliche Dinge, Räume oder Gebäude nach ihren spezifischen Qualitäten. Den physikalischen, optischen oder kontextuellen Besonderheiten folgend, entstehen künstlerische Arbeiten wie Objekte, Kunst am Bau, Raum-Installationen, Performances und Kurzfilme. Die Suche nach dem Eigentlichen, Eigentümlichen und dem Jeweiligen führt manchmal zu Identitätsverschiebungen in denen Selbstverständlichkeiten verrutschen und in denen das doppelte Sehen eine Rolle spielt: das Wiedererkennen und das Neusehen .

Manchmal entsteht Kunst im Kontext besonderer Räume. Durch einfache, oft minimale Eingriffe gerät das jeweils Besondere oder „Neuralgische“ des Raumes in den Fokus. Durch die Interventionen, erhalten die räumlichen Situationen eine ganz andere Grundstimmung. Ihren Identitäten und Funktionen gesellt sich ein zweiter Blick hinzu, der nicht selten die eigene Erwartungshaltung deutlich macht und in Frage stellt.

Das Einfache, Schlichte spielt bei der Materialwahl eine Rolle. In den letzten Jahren sind oft farbige Dinge in den Fokus ihrer Auseinandersetzung gerückt. Die zunächst sachliche Suche nach der Form die „zwingt“ und die einfache Umsetzung: Der direkte Weg ist zielführend. Es kann im streng geordneten Durcheinander enden oder in einer einleuchtenden Umverteilung. Anleitungen zum Verständnis braucht es nicht.
Die Installation in der Städtischen Galerie in Kirchheim ist u. a. eine Weiterentwicklung der Wandarbeit „Wieviel Farbe kannst Du noch ertragen“, die 2017 für die große Wand im Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt entstand. Hier in Kirchheim setzt sich Tina Haase mit der Farbe im dreidimensionalen Raum auseinander. Kirchheim Teck ist historisch gesehen über die Textilindustrie gewachsen. Darauf wird sich die Arbeit mit einfacher Geste ebenso beziehen, wie auf die schweren, dunklen, material-lastigen und unverwüstlichen Qualitäten des Raumes.

Wann wird es zu bunt oder wieviel geht noch? Für die Künstlerin trifft der Titel nicht nur die Bechreibung ihrer Arbeit, sondern auch den Nerv der Zeit.

fig.1: Ausschnitt aus der 20 qm großen Wandarbeit mit dem Titel „Wie viel Farbe kannst Du noch ertragen?“ © Tina Haase
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TINA HAASE CV

Tina Haase studierte Kunst an den Akademien in Münster und Düsseldorf, wo Sie als Meisterschülerin von Fritz Schwegler abschloss. Reisestipendien führten sie in die USA und nach Italien. Regelmäßige Ausstellungen mit Schwerpunkt in Deutschland, aber auch in Belgien, Niederlande, Österreich, der Schweiz, Spanien, Polen und den USA machten ihr Werk bekannt. Neben dem bildhauerischen Werk entstanden in den 1980iger Jahren Kurzfilme mit Karin Hochstatter (Paranose Produktion) und in den 90iger Jahren raumbezogene Choreografien. Ab 2002 realisierte sie verschiedene Kunst am Bau Projekte. 2004 lehrte sie als Professorin für Gestaltungslehre am Fachbereich Design der Hochschule Niederrhein. Seit 2007 ist sie Ordinaria am Lehrstuhl für Bildende Kunst an der Fakultät für Architektur der Technischen Universität in München. Tina Haase lebt und arbeitet in Köln und München.
http://www.tinahaase.de

Tina Haase