ANTON PETZ

Ornament der Massen
29.03. – 10.05.2020

HINWEIS

Wegen der Ausbreitung der CORONA-2-Pandemie werden wir auf Empfehlung der Stadtverwaltung Kirchheim unter Teck
am Sonntag, 29.März keine Vernissage durchführen.

Am Sonntag, 29.03.2020 ist die Ausstellung von Anton Petz
von 11-17 Uhr geöffnet.
Für die Dauer der Ausstellung gelten die angekündigten Öffnungszeiten.

in seinem Essay „Ornament der Masse“ schreibt der deutsche Soziologe Siegfried Kracauer (1889-1966) am Ende der Weimarer Republik (1927), dass „die Untersuchung alltäglicher Phänomene und Praktiken der Alltagskultur Einsicht in die Verfasstheit einer bestimmten Ära ermöglichen“.

Anton Petz malt großformatige Ölbilder, die entindividualisierte, gesichtslose Massen in unterschiedlichen räumlichen Konstellationen zeigen. Massen von Menschen, schemenhafte Figuren, manchmal auch nur Silhouetten, die dicht gedrängt in Booten sitzen, sich im Parkett der Börse um die Daily News scharen oder in losen, ungeordneten Formationen öffentliche Plätze, Parks und Straßen okkupieren. Häufig handelt es sich um (Nach)Bilder, die bereits in ähnlicher Weise über analoge und digitale Medien verbreitet worden sind. Die Anliegen und Botschaften, die mit dieser massiven Präsenz öffentlich gemacht werden, sind unterschiedlich. Ihre Gemeinsamkeit besteht jedoch darin, dass sie sich als sprachlose Individuen selbst organisieren und sich kurzfristig als solidarische Masse Gehör und Sichtbarkeit verschaffen.
Anton Petz transformiert mit den Mitteln der Malerei mediale „Oberflächenerscheinungen“, die gruppenspezifische (Verhaltens)Muster und deren räumliche Anordnung „zwischen Macht und Ohnmacht“ (Heinz Schütz) repräsentieren.

Abb.: Anton Petz, o.T., 2019 Varieté-Situation mit dem Untertitel:
„Property implies scarcity, which may not be applicable to ideas“.
„Eigentum impliziert Knappheit, die möglicherweise nicht auf Ideen anwendbar ist“.a

Anton Petz, Property implies …, 2019 © Anton Petz

Vita


  • 1962 in Graz, lebt in München
    1981 – 1987 Studium der Malerei Akademie der Bildenden Künste Wien
    1987 Würdigungspreis des Bundesministeriums
  • Akademiefreundepreis
  • Auslandsstipendium Madrid
    1993 -1997 Gastprofessor, Akademie d. Bildenden Künste, Wien
    1996 Anerkennungspreis, Bauholding Kunstpreis für Malerei, Klagenfurt
    2013 Artist in Residency, Huantie Times Art Museum, Peking

Städtische Galerie im Kornhaus


Öffnungszeiten
Geöffnet Di – Fr, 14 -17 Uhr Sa, So, feiertags 11 – 17 Uhr
Osterfeiertage geschlossen.

BYUNG CHUL KIM

FINISSAGE
Sonntag, 22. März 2020, 15 Uhr
mit Byung Chul Kim und Susanne Jakob
muss wegen der CORONA-PANDEMIE leider abgesagt werden.
Die Ausstellung selbst ist am 22. März 2020 von 11-17 Uhr geöffnet.

In der Ausstellung „Ich habe viel gemacht …“ zeigt der in Seoul/Korea geborene
Künstler Byung Chul Kim einen Querschnitt seiner bisherigen
künstlerischen Arbeit, die sich in Performances und Aktionen sowie in
Fotografie, Video und großformatigen Zeichnungen artikuliert.

Bekannt wurde Byung Chul Kim mit seinem einjährigen Projekt
„Performance-Hotel“ (2009–2010), „einem international rezipierten,
partizipativen Kunstprojekt im Stuttgarter Osten“. (wikipedia)
Kims Kunstprojekte kreisen um die Suche nach unterschiedlichen
menschlichen Ausdrucksmöglichkeiten (Lachen, Singen, u.a.), nach
Identität und nach nicht-materiellen Tauschmitteln, die im Unterschied
zum Geldwert einen humanen, ästhetischen Wert besitzen. Im
Performance-Hotel und im Performance-Express (Zugfahrten nach Paris,
Metz, Luxemburg, 2010–2011) konnte gegen eine Performance ein
Schlafplatz bzw. ein Zugticket erworben werden. Mit diesen Aktionen,
wie auch mit dem Projekt, „Humor-Restaurant“, bei dem sich der Gast
mit einer humorvollen Darbietung eine Mahlzeit verdienen konnte,
befragt der Künstler auch den Wert von ästhetischen Handlungen in
einem neoliberalen Wirtschaftssystem.

Byung Chul Kim, Humor Restaurant, Stuttgart 2010 © BCK

In den großformatigen Zeichnungen erweitert Kim sein Themenfeld auf
den naturwissenschaftlichen Kosmos. Während die grafische Serie „Der
kleine Künstler“ (2007) noch als Storyboard angelegt ist, weisen die
großformatigen, autonomen Zeichnungen beispielsweise aus der Serie
„Identität und Erscheinung“ (2015) auf Flug- und Bewegungsprotokolle
von Insekten oder auf taxonomische und medizinisch anmutende Tier- und
Menschenstudien hin.
Allen Werken Byung Chul Kims ist jedoch eines gemeinsam, die Liebe zum Kleinen und scheinbar Unwichtigen sowie eine Prise zenbuddhistischer Humor.

FÜHRUNGEN mit Monika Schaber
Sonntag, 1. März 2020, 15.30 Uhr
Sonntag, 8. März 2020, 15.30 Uhr

KURZBIOGRAFIE

Byung Chul Kim *1974 in Seoul)/Korea.
1998-2002: Studium der westlichen Malerei (Studiengang der bildenden Kunst) an der ChuGye University for the Arts in Seoul.
2002: Studienabschluss „Bachelor of Fine Art“ an der ChuGye University for the Arts in Seoul/Korea.
2004 hat Kim Korea verlassen, um in Deutschland bildende Kunst zu studieren.
2005-2011: Studium der freien Kunst mit Schwerpunkt Bildhauerei und neue Medien an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Werner Pokorny und Prof. Christian Jankowski.
2007: Gastsemester, Masterclass, Graduate Fine Art Programm California College of the Arts San Francisco / USA
2011 Studienabschluss: Diplom für Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart.
Seit 2015 lebt und arbeitet Byung Chul Kim in Essen.

Header: Byung Chul Kim, „Hecheln“, aus der Fotoserie: Klaffen, Knurren, Hecheln, Schlabbern, Schwanzwedeln“, 2008 © BCK

andreasschneider

andreasschneider
< Überkandidelt
>

Eröffnung: Sonntag, 8. Dezember 2019, 17 Uhr
8.12.2019 – 26.1.2020

andreasschneider, Capri-Synergie, 2019 (Installation)
Aluminium, Leuchtmittel, Kabel, Holz, Folie, Schalttechnik, 1300 x 420 cm / h 380 cm, Foto © andreasschneider

Für die Ausstellung kurz vor der Sanierung des Kornhauses geht andreasschneider den Ort mit dem Thema Energie an. In Zeiten des globalen Klimawandels und der Diskussion um die Ausbeutung lebensnotwendiger Ressourcen ist das Thema Energie von aktueller Brisanz. Energie lässt sich speichern und transportieren. Energie wird genutzt und verbraucht. Jede Aktivität ist mit Energie verbunden. Zugleich ist Energie als lebendige Kraft und Antrieb ein Motor, der den Einzelnen aktiviert und ihn befähigt zu wirken, auch im Kontext der Kunst. Gibt es eine besondere Kunst-Energie? Brauchen wir die Kunst um Energie zu erfahren? Im Kontext der inszenatorischen künstlerischen Praxis von andreasschneider sollen gesellschaftliche Fragen zum Umgang mit Energie gestellt und im metaphorischen Bild die Grenzen der Nutzung von Energie bewusst werden, denn, so der Künstler, ,„wir sind die Energie“.

© andreassschneider, Gesamtansicht „Überkandidelt“, 8.12.2019 – 26.1.2020, Foto © andreasschneider
andreasschneider, Die Liebenden 2019
Lederimitat, Schaumstoff, Stopfwatte 300cm / D 50cm (je Objekt), Foto © andreasschneider

Der Ausstellungsraum wird mit zwei raumgreifenden bildhauerischen Positionen bespielt. Dabei wird ein selbstleuchtender Strommast geknickt in den Raum gedrückt. Dieser besteht ausschließlich aus „Leuchtstoffröhren“ und führt das unablässige Stromnutzen ad absurdum. Die geballte Leuchtkraft flutet den Raum. Als zweite Position werden zwei mannshohe, aus Holz gedrechselte Isolatoren gezeigt und die Isolationsfähigkeit wie auch der Brennwert von Holz in den Fokus gerückt. Zudem bilden die Isolatoren und der Mast als blendende Skulptur die Basis für die Stromleitungen, die somit unzertrennlich miteinander verbunden sind. Die skulpturalen Eingriffe wirken im Raum überkandidelt, also überspannt und überdreht, heiter und „ver-rückt“.

Die Ausstellung steht im Kontext der bevorstehenden Sanierung der Städtischen Galerie im Kornhaus. Dazu wird sehr viel Energie benötigt, welche der Kunst, Kultur und dem historischen Erbe der Stadt Kirchheim unter Teck im Nachgang zugute kommt.

Kuratorenführung mit Dr. Heiderose Langer
Samstag, 14. Dezember, 16.00 Uhr

Werkvortrag von Andreas Schneider
Im Anschluss: Gespräch mit Andreas Schneider und und Dr. Heiderose Langer
Samstag, 25. Januar 2020, 16.00 Uhr

andreasschneider

1969 geboren am 21. August in Basel
1985 Vorkurs für Metall, Allgemeinen Gewerbeschule Basel
1986 Lehre als Hochbauzeichner
1990 Gestaltung, Entwicklung und Umsetzung von Möbeldesign
2005 autodidaktische Aneignung als bildender Künstler
lebt und arbeitet in Basel

Auswahl Ausstellungen:

2019 Jugend-Kunst-Architektur-Projekt, Kunststiftung Erich Hauser | Lost in Control, Salon Mondial Basel (solo) | Gefällt, Villa Renata Basel/CH | 2018 Transenvironmental Exercises, Salon Mondial, Münchenstein/CH | Virtus-Vagabund, Europäische Tage des Denkmals, Bern/CH | 2017 Everywhere but Here, Cité internationale des Arts, Paris/F (solo) | Aux Lumières de la Mouche, Ilé Saint-Louis, Paris/F | Bex & Arts Triennale, L’energie, Bex/CH | 2016 Squeeze, Galerie Gisèle Linder Basel/CH (solo) | Geist & Luxus, Kloster Dornach/CH | Triennale UNIL, Université de Lausanne/VD | 2015 consequence, Projektraum utengasse sechzig Basel/CH (solo) | 2014 Vom Aufwachen mit der bestehenden Ordnung, Filter 4 Basel/CH (solo) | Ins rechte Lot – Trinkhalle, Kunst lokal Rheinfelden/CH

http://www.andreasschneider.name

LINIENSCHAREN

Blasenflieger,  Bodenroller,  Kletthafter,  Körnchenflieger,  Regenschwemmlinge,  Saftdruckstreuer,  Schraubenflieger,  Steppenroller,  Tierballisten,  Wasserhafter

Die Varianten neue Ansätze anzustoßen, sind mannigfaltig, die weitere Entwicklung der Sämlinge ist ebenso unterschiedlich. Während die ersten Haupttriebe sich verästeln, verharren handbreitgroße Schösslinge jahrelang in ihrem Wachstum, um in der Gunst des Moments die in ihnen angelegten Möglichkeiten zu entfalten – ein bisschen Licht ist halt von Nöten…

Beteiligte Künstler*innen:

Barbara Armbruster // Sabina Aurich // Manuela Beck // U!!i Berg // Karl-Heinz Bogner // Andreas Böhm // Josephine Bonnet // Eva Borsdorf // Katja Butt // Stephan Conrady // Doris Erbacher // Anna Fedorov // Detlev Fischer // Ute Fischer-Dieter // Eva Früh // Ursel Gerdemann // Melanie Grocki // Katrin Günther // Christiane Haag // Markus Hallstein // Erwin Holl // Beate Jakob // Barbara Karsch-Chaïeb // Ulrike Kirbach // Gudrun Knapp // Matthias Kohlmann // Karin Kramer // Karen Kreuselberg // Harald Kröner // Annie Krüger // Mélanie Lachièze-Rey // Volker Lehnert // Margarete Lindau // Conny Luley // Hartmut Ohmenhäuser // Daniela Petrini // Christian Pilz // Olaf Probst // Eva-Maria Reiner // Stefanie Reling-Burns // Maria Grazia Sacchitelli // Doris Scheuermann // Horst Peter Schlotter // Helga Schuhmacher // Ulrich Seibt // Zuzanna Skiba // Kathrin Sohn // Andreas Stetka // Sam Szembek // Thomas Volkwein // Julia Wenz // Silke Willrett // Ute Woracek // Danielle Zimmermann

Vernissage
Sonntag, 20. Oktober 2019, 17:00 Uhr 

Begrüßung:  Monika Schaber, Kunstbeirat
Einführung:  Gilbert Fels, Schriftsteller
20. Oktober –  24. November 2019

Öffnungszeiten Di -Fr 14–17 Uhr,  Sa/So/Feiertag 11–17 Uhr 

Ausstellungsgespräch mit den beteiligten Künstler*innen
Mittwoch, 13.11.2019, 18:30 Uhr

Finissage
Sonntag, 24.11.2019, 16:00 Uhr
Marius Schwingel & Paul Abbrecht
Interaktive Sound Performance  „Klang reagiert auf Körper Im Raum“

Anlässlich des 40. Jubiläums der Städtischen Galerie Kirchheim unter Teck hat die Künstler*innenplattform Linienscharen ein Ausstellungsprojekt entwickelt, das ‚Wiederaufnahme‘ als künstlerische Arbeitsstrategie thematisiert. Zur Teilnahme waren alle zeichnerisch und mit Linie arbeitenden Künstler*innen eingeladen, die bereit waren, sich der Wiederentdeckung und Neuaufnahme einer zeichnerischen Arbeit zu widmen, die seit Jahren im Zustand der Schwebe auf Fortführung wartete, um sie mit verändertem Blick und vorangeschrittener Erfahrung neu- und weiterzudenken. Gedacht war an eine Arbeit, die einer anderen Zeit des jeweiligen künstlerischen Tuns zuzuordnen ist und damals in einem vorläufigen Zustand belassen wurde. Die gewählte Ausgangszeichnung wurde zum Teil überarbeitet oder auch oft neu erarbeitet, aber auf jeden Fall durch die neuerliche Bearbeitung in einen eigenständigen Zustand überführt, der möglicherweise eine Auflösung früherer Konflikte bedeutet. In einem begleitenden Heft, in welchem auch das jeweilige Ausgangsmaterial zu sehen ist, werden Wiederentdeckung, Neubewertung und Weiterführung als zusammenhängender Prozess des Nachvollzugs des eigenen Tuns dokumentiert. 

Zu Linienscharen

Im Herbst 2012 wurde Linienscharen gegründet, eine Plattform für zeitgenössische Zeichnung in Stuttgart. Linienscharen möchte den Diskurs über Zeichnung in Stuttgart lebendig halten und einen Rahmen für Austausch, Vorträge und Präsentationen zu diesem Thema bieten. Dabei fungiert Linienscharen als ein offenes Forum für Künstler*innen aus Stuttgart und der Region, die sich in Ihrer Arbeit mit Zeichnung oder dem Thema Linie in einem anderen Medium beschäftigen. Durch eingeladene Gäste bzw. deren Werkgespräche und Präsentationen ermöglicht Linienscharen auch überregionalen Austausch und Vernetzung. Ergänzend zu den regelmäßig stattfindenden Treffen und Veranstaltungen werden Ateliergespräche organisiert und Ausstellungsprojekte initiiert. Interessierten steht es frei sich zu beteiligen oder sich zu engagieren und so gab es bereits verschiedene Formate und Projekte, die auf dieser Plattform entwickelt und realisiert wurden.

Dellbrügge & de Moll

< prima materia >

Installation in der Galerie im Kornhaus: 21. Juli – 15. September 2019
Ausgleichsfläche im Bürgerpark: Juli 2019 – Juli 2024

„Die Städtische Galerie befindet sich im 40. Jahr ihres Bestehens vor einer Sanierungs- und Umbauphase, die eine längere Schließung des Galerieraums mit sich bringt.
Ausstellungen und künstlerische Interventionen werden sich anderswo manifestieren müssen“. (Dellbrügge & de Moll)

Seit einigen Jahren befassen sich Dellbrügge & de Moll mit Materialkreisläufen wie sie inzwischen auch in der Bauwirtschaft zur Anwendung kommen. Sie fokussieren sich dabei auf zwei Handlungsfelder: Zum Ersten auf die Nutzung von Sekundärrohstoffen wie z.B. Abbruchmassen von altem Baubestand. Für das prämierte Kunst-am-Bau Projekt für das Humboldt Forum in Berlin haben Dellbrügge & de Moll die Abbruchmasse aus dem Fundament des politischen Machtzentrums der DDR, dem Palast der Republik, wieder aufbereitet. In fein gemahlenem Zustand wurden 6 Tonnen des historisch belasteten Baustoffs dem Buchstabenfries zugeschlagen, der nun als rundum laufendes Schriftband das Foyer des Humboldt Forums ziert. Nicht nur über das Material implantierten Dellbrügge & de Moll dem Neubau die (Bau)Geschichte des Ortes, sondern auch über die Vornamen der Baumeister, die diesen Ort in den letzten Jahrhunderten immer wieder neu interpretiert und gestaltet haben.

Dellbrügge & de Moll: „Die Architekten“, Buchstabenfries für das Humboldt Forum, Berlin (Produktionssituation) Foto © Kitty Kleist-Heinrich / Der Tagesspiegel

Zum zweiten Handlungsstrang gehören ebenfalls die Planung und künstlerische Umsetzung von Ressourcen schonenden und rezyklierbaren Werken, die nach einer bestimmten Präsentationsdauer als Rohstoff 3. Ordnung wieder aufbereitet werden. Diesem Nachhaltigkeitskriterium entsprechen sowohl die wenige Zentimeter hohe Schüttung von gereinigtem Schlacksplitt, der den Boden der Städtischen Galerie bedeckt und nach der Ausstellungszeit dem Verwertungskreislauf wieder rückerstattet wird; als auch die temporäre Ausgleichsfläche aus ziegelfarbigem Abbruchmaterial, die während des Umbaus der Städtischen Galerie im Kornhaus im Kirchheimer Bürgerpark von Juli 2019 bis Juli 2024 eine neue Spiel- und Möglichkeitsplattform bietet.
Auch diese wird nach ihrer Nutzung abgebaut und das eingesetzte Material dem Werkstoffkreislauf wieder rückerstattet.

Das von Dellbrügge & de Moll entwickelte Konzept für die Städtische Galerie im Kornhaus vereint zeitgenössisches nachhaltiges Denken mit der Idee der „prima materia“ aus der Alchemie, bei der ebenfalls banale, nicht wertige Stoffe transformiert, veredelt und in einen neuen Bewertungszusammnehang übertragen werden.

Eröffnung: Sonntag, 21. Juli 2019, 17 Uhr
Begrüßung: Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker
Arkaden vor der Städtischen Galerie im Kornhaus (EG)
Spaziergang zur „Ausgleichsfläche“ im Bürgerpark
Gespräch und Picknick im Bürgerpark mit Dellbrügge & de Moll
und Susanne Jakob (Kunstbeirat )

Städtische Galerie im Kornhaus, Max-Eyth-Str. 19 73230 Kirchheim unter Teck
Öffnungszeiten Di – Fr: 14-17 Uhr; Sa, So, feiertags 11-17 Uhr
21.Juli – 15. September 2019

Das zweiteilige Kunstprojekt prima materia kann realisiert werden mit Unterstützung der Stadt Kirchheim unter Teck,
Scherer+Kohl GmbH & Co.KG, Ludwigshafen und der
Heinrich Feeß GmbH & Co.KG, Kirchheim/ Teck
prima materia findet im Rahmen „40 Jahre Kunstbeirat Städtische Galerie im Kornhaus 1979-2019“ statt.

Mai 2019: Gelände für die Ausgleichsfläche (= Grundfläche der Galerie im Kornhaus) im Bürgerpark/Hain der Kulturen, Foto © Steffen Schlichter
6. Juli 2019: Baubeginn mit Unterstützung der Fa. Fees, Foto © Steffen Schlichter
8. Juli 2019: Fertig gestellte Ausgleichsfläche mit neu angelegter Hügelwiese für Bienen
Foto © Steffen Schlichter

RAINER SPLITT

„Colored Identities“

Ein Beteiligungsprojekt von Rainer Splitt

24.02.-24.03.2019

Eröffnung: Sonntag, 24. Februar 2019, 17 Uhr

Anlässlich des 40jährigen Jubiläums der Städtischen Galerie im Kornhaus Kirchheim unter Teck im Jahr 2019 initiiert der verantwortliche Kunstbeirat eine Ausstellungsreihe zu verschiedenen Schwerpunkten, die die Ausstellungstätigkeit der zurückliegenden Jahrzehnte geprägt haben. 

Den Auftakt zu dieser Reihe bildet im Februar 2019 das Projekt „Colored Identities“ des Berliner Künstler Rainer Splitt.
Rainer Splitt möchte ein farbiges Porträt der Stadt Kirchheim erstellen, das aus den individuellen Farben der Bürgerinnen und Bürger gebildet wird. 

Diese waren bereits im November 2018 zu einem öffentlichen Foto-Shooting eingeladen worden, um mit ihrem Fotoporträt und ihrer selbstgewählten Farbe eine Facette zum lokalen Gesamtporträt beizutragen.
Das Besondere daran: Das jeweilige Gesicht wird durch einen farbigen Luftballon verdeckt, dessen Farbe jede/r Porträtierte als die für ihn/sie passende auswählte. 

Kirchheim unter Teck, das ist die Summe dieser individuellen Farben, hinter denen sich jeweils ein besonderer Kopf, eine besondere Persönlichkeit verbirgt.

Über hundert Personen nahmen an der Aktion teil. Die Ergebnisse des Beteiligungsprojekts können ab 24. Februar 2019 in der Städtischen Galerie im Kornhaus betrachtet werden.

Zur Ausstellung Rainer Splitt „Colored Identities“ in der Städtischen Galerie im Kornhaus Kirchheim unter Teck erscheint eine Publikation.

Abb.: Rainer Splitt, Maria /Gelb, Colored Identities, 2018-2019 © Rainer Splitt

CAROLIN JÖRG

SPEICHER

16.Dezember 2018 bis 3. Februar 2019

Eröffnung Sonntag, 16.12.2018, 17 Uhr
Begrüßung Monika Schaber, Kunstbeirat
Einführung Winfried Stürzl Kunstwissenschaftler

Sonntag, 13.01.2019, 15 Uhr
Künstlergespräch
Carolin Jörg und Michael Fragstein
Im Fokus: Der zweite Blick

Sinnlich fließende Tuschezeichnungen, geballte und verdichtete
Papierobjekte, figurative und abstrakte Formationen – das Genre der
Zeichnung lotet Carolin Jörg weit aus.
In einer freien Hängung führt Carolin Jörg in dem, ehemals als Speicher
genutzten Ausstellungsraum, eine Auswahl an Zeichnungen und Objekten zusammen, die über Jahre entstanden sind.
Ihre künstlerische Herangehensweise beschreibt Prof. Matthias Kohlmann folgendermaßen:
„Carolin Jörg arbeitet ihre Zeichnungen in der Horizontalen: also auf
einem Tisch oder auf dem Boden. Sie beginnt oft, wie sie sagt, in der
Mitte des Blattes. Hier wird der erste Tinten/ Tuschepunkt gesetzt, und
dann: vergrößern, strecken, wachsen, additiv aufbauen, übereinander
legen. Alles kommt mit dem Material, es fließt, es wandert, es stoppt, es
weitet sich…. Der Pinsel bewegt sich über die Oberfläche, lässt sich
stellenweise auf ihr nieder, dringt vielleicht sogar ein Stück weit in sie ein
und zieht unvorhersehbare Bahnen, so dass sich Punkte und Flecken zu
Linien, Streifen oder Rillen dehnen“.
Ein weiterer Teil der Ausstellung bildet die Arbeit „Der zweite Blick“, ein
experimentelles Media-Projekt im Spannungsraum zwischen Zeichnung
und Animation, das zusammen mit Michael Fragstein/ Büro
Achter April, entwickelt wurde.
Bewusst werden hier klassische Zeichenformen und innovative
Technik kombiniert, um neue Darstellungs- und Wahrnehmungsformen im
Bereich der Zeichnung erlebbar zu machen. Mit Hilfe von Tablets oder
dem eigenen Handy, können die Zeichnungen in Bewegung versetzt
werden. Das visuelle Erleben wird auditiv durch surreale Texte und
Soundformen erweitert.

fig.1: Carolin Jörg, Katzenaugen, Tinte/Tusche, 2018

*1977 in Offenburg
Studium an der Hochschule der Bildenden Künste Saar und Universität
des Saarlandes, der École Supérieure des Beaux-Arts de Toulouse,
Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und Universität Stuttgart und
der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts de Paris.
2009 bis 2014 Professur für Zeichnung an der École Nationale Supérieure
des Beaux-Arts de Lyon seit 2015 Professur für Künstlerisches Gestalten
an der Hochschule Augsburg.
Zahlreiche Preise, Stipendien und Publikationen (z.B. Atelierstipendium
des Landes Baden-Württemberg, Förderpreis der Internationalen
Bodensee Konferenz, Cité Internationale des Arts, Paris, Innovationsfond
Baden-Württemberg).
Einzel- und Gruppenausstellungen in In- und Ausland (z.B. Städtische
Galerie Offenburg, Kunsthalle Hamburg, Horst-Janssen-Museum
Oldenburg, Galleria Doppelgaenger Bari, Fondation Bullukian Lyon).

Städtische Galerie im Kornhaus Kirchheim unterTeck